Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik

Frieden geht nur gemeinsam

Friedensfachkraft begleitet ein Opfer bei der Aufarbeitung des Erlebten
Opfer bei der Vergangenheitsbewältigung begleiten
Foto: DED

Frieden ist mehr als nur das Schweigen der Waffen. Frieden lässt sich nicht verordnen. Er kann nur gemeinsam erreicht werden – von  allen Konfliktparteien und den betroffenen Bevölkerungsgruppen. Dazu müssen alle Beteiligten oft tiefe Gräben überwinden.

Aber nicht nur Kriege von Staaten bedrohen den Frieden. Auch innerhalb von Staaten eskaliert die Gewalt. Besonders Frauen und Kinder leiden darunter. Bürgerkriege, Konflikte um Wasser, Weideland oder Rohstoffe reißen tiefe physische und psychische Wunden. Und sie liefern oft den Zündstoff für die nächsten Auseinandersetzungen.

Ein zentrales Ziel der internationalen Politik der Bundesregierung ist daher die Verhinderung und Beendigung gewaltsamer Konflikte.

Zehn Jahre Ziviler Friedensdienst

Mit dem Zivilen Friedensdienst (ZFD) hat die Bundesregierung vor zehn Jahren ein neues Instrument zur Friedenssicherung und Krisenprävention geschaffen. Seitdem wird es von der deutschen Entwicklungs- und Friedenspolitik gezielt eingesetzt. Der ZFD ist ein Erfolgsmodell staatlicher und nichtstaatlicher Träger der Entwicklungs- und Friedensarbeit.

Puppenspielerin Heike Kammer mit ihren PuppenBild vergrößern Aufklärung duch Puppenspiel Foto: pbi-Deutschland e.V.

Zwar kann zivile Konfliktbearbeitung keineswegs jede Krise in Wohlgefallen auflösen. Aber sie kann friedliche Wege des Interessenausgleichs  und des Zusammenlebens ohne Gewalt eröffnen. Somit kann die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben geschaffen werden. Den Ausbruch von Gewalt möglichst im Vorfeld zu verhindern, ist sinnvolle und kostengünstige Entwicklungs- und zugleich Sicherheitspolitik.

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens wird am 26. November in Berlin ein Festakt „10 Jahre ZFD“ stattfinden. Dabei werden auch frisch qualifizierte Fachkräfte feierlich verabschiedet,  die kurz vor ihrer Abreise in ein Krisengebiet stehen. .

Gewalt eindämmen – Vertrauen schaffen Zivilgesellschaft stärken

Zwei Friedensfachkräfte begleiten zum Schutz einen Anwalt für Menschenrechte in Kathmandu/NepalBild vergrößern Präsenz zeigen Foto: pbi-Deutschland e.V.

Gewalt ohne militärische Mittel eindämmen, dabei die zivilen Kräfte in der Gesellschaft stärken, Konflikte friedlich regeln: das ist die Aufgabe des ZFD. Seit 1999 wurden Hunderte speziell ausgebildeter ZFD-Fachkräfte in Krisenregionen entsandt. Das verlangt Mut und Engagement. Dort helfen sie, das Klima der Angst und des Misstrauens zu überwinden.

Speziell ausgebildete Fachleute helfen, Feindbilder abzubauen. Sie vermitteln im Konflikt und bringen Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit. Sie begleiten ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben, arbeiten mit traumatisierten Opfern von Gewalt oder ermöglichen Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat.

Auch helfen sie, Radioprogramme aufzubauen sowie Journalistinnen und Journalisten zu schulen, damit diese in ihren Beiträgen Spannungen ab- und nicht aufbauen. Dabei arbeiten sie immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums

Der ZFD wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Die Aufgaben des ZFD werden im Auftrag des BMZ von den staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten übernommen. Diese haben sich zum Konsortium Ziviler Friedensdienst zusammengeschlossen.

Dazu gehören unter anderem die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe (AGEH), Christliche Fachkräfte International (CFI) oder der Deutsche Entwicklungsdienst (DED). Außerdem der Internationale Christlicher Friedensdienst (EIRENE), der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), das Forum Ziviler Friedensdienst (Forum ZFD) sowie der Weltfriedensdienst (WFD).

Fachkraft – kein Job wie jeder andere

Peace Brigande begleitet Indigene in  Papua Neuguinea  beim Vortragen ihrer BelangeBild vergrößern Belange durchsetzen Foto: pbi-Deutschland e.V.

Wer mit zivilen Mitteln Konflikte regeln will, muss das richtige Handwerkszeug mitbringen. Die Menschen, die freiwillig als ZFD-Fachkräfte ins Ausland gehen, sind daher alles andere als weltfremde Idealisten. Denn vor Ort stehen sie vor vielfältigen Herausforderungen: Sie arbeiten in Krisenregionen, in fremdem kulturellen Umfeld und oft unter schwierigen Bedingungen. Sie müssen auch in kritischen Situationen überlegt reagieren. Für ihre jeweiligen Einsätze werden die Fachkräfte daher speziell vorbereitet.

Andererseits sammeln sie bei ihrem oft mehrjährigen Einsatz Erfahrungen von unschätzbarem Wert – von interkulturellen Kompetenzen bis zu neuen Methoden der Konfliktlösung. Oft eröffnen sich nach der befristeten Zeit als Fachkraft neue Berufsperspektiven.

Neue Ausstellung zum Zivilen Friedensdienst

"Wir scheuen keine Konflikte" – unter diesem Motto präsentiert der ZFD sein Konzept und seine Arbeit in einer neuen Ausstellung. Zum Ende des Jahres wird auch eine Plakatversion für Schulen und für die Bildungsarbeit vorliegen.

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