Mit der Hilfe von Entwicklungszusammenarbeit kann langfristig Struktur- und Friedenspolitik umgesetzt und Zukunft global gesichert werden. Entwicklungspolitik wirkt vor allem präventiv, indem sie auf die Entfaltung von Chancen abzielt.
Sicherheitspolitik will Gefahren vermeiden und abwehren. Somit müssen beide, Sicherheitspolitik und Entwicklungspolitik, Hand in Hand gehen, um menschliche Sicherheit weltweit zu verwirklichen.
Neue Herausforderungen
Warum ist Sicherheit im 21. Jahrhundert ein so wichtiges Thema? Kriege und Gewaltkonflikte haben seit den 1990er Jahren abgenommen. Die alten zwischenstaatlichen Gewaltkonflikte wurden jedoch von den "neuen" Kriegen abgelöst. Dies sind vor allem innerstaatliche Konflikte.
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Vorbeugen: Friedensschaffende Maßnahmen gegen drohende Gewalt
Foto: Philipp Ziser
Besonders für die Menschen in den betroffenen Regionen sind die Auswirkungen dieser Konflikte verheerend. Gewalt richtet sich oft gegen Zivilisten, worunter vor allem Frauen und Kinder leiden.
Junge Menschen werden ihrer Zukunft und Perspektiven beraubt. Die in diesen Konflikten häufig als Soldaten eingesetzten Kinder sind das bekannteste Beispiel. Der Zerfall staatlicher Strukturen durch Konflikte fördert zudem schlechte Regierungsführung, Korruption und Menschenrechtsverletzungen.
Massive Flüchtlingsströme sind unter anderem die Folge. Die betroffenen Regionen sind oft langfristig instabil, was sich auch auf die internationale Sicherheit auswirkt. Der Klimawandel, Nahrungsmittelkrisen sowie die internationale Finanzkrise führen in vielen Ländern noch zu einer Verschärfung der Lage.
Welchen Beitrag leistet die deutsche Entwicklungspolitik?
Friedensentwicklung und Krisenprävention sind für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein wichtiges Ziel. Frieden braucht Entwicklung und Entwicklung braucht Sicherheit. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Sicherheit des einzelnen Menschen.
Was konkret leistet die deutsche Entwicklungspolitik, um den Frieden in der Welt zu fördern?
Entwicklungspolitik definiert Sicherheit nicht nur als Schutz vor militärischen Gefahren. Entwicklungspolitik will die Menschen auch vor Gefahren schützen wie Armut, Krankheit, HIV/Aids, extremer sozialer Ungerechtigkeit, Umweltbedrohungen oder Rechtsunsicherheit.
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Ehemalige Kindersoldaten: Zurück in die Gesellschaft
Foto: Philipp Ziser
Der Beitrag Deutschlands zur Vorbeugung von Krisen und Konflikten wird ganz wesentlich von der Entwicklungspolitik erbracht. In vielen der Konfliktregionen finden sich Staaten mit schwachen Strukturen. Diese fragilen Staaten sind oft in einem Teufelskreis gefangen.
Je höher das Pro-Kopf-Einkommen eines Landes, desto geringer die Konfliktanfälligkeit. Weltweite Armutsbekämpfung ist und bleibt aus diesem Grund ein Kernziel der deutschen Entwicklungspolitik.
Deshalb investiert Entwicklungspolitik in Bildung und Gesundheit und in den wirtschaftlichen Aufbau – in menschliche Entwicklung. Gleichzeitig fördert das Bundesentwicklungsministerium Rechts- und Verwaltungsreformen in den Entwicklungsländern sowie die Verbesserung der Menschenrechtslage. Parlamentarische Kontrollfunktionen sollen gestärkt und die Reform des Sicherheitssektors unterstützt werden.
Bei den Konfliktursachen ansetzen
Entwicklungszusammenarbeit setzt an den Konfliktursachen an und hilft diese abzubauen. Insbesondere nach Krisen gilt es, den Wiederaufbau so zu gestalten, dass die Gefahr des Rückfalls in einen bewaffneten Konflikt möglichst gering wird. Mit ihrem breiten Instrumentarium und den vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten ist die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hierfür gut geeignet.
So setzt sie sich beispielsweise ein für die Verbesserung der Regierungsführung ein. Also für die Schaffung eines an demokratischen Leitlinien ausgerichteten Staates, der auf politischer Legitimität und einem staatlichen Gewaltmonopol beruht.
Die Zivilgesellschaft einbinden
Sie kann andererseits dort, wo es die Situation erfordert, auch mit der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um die Menschen schnell und wirksam zu erreichen.
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Mädchen wollen Bildung und Anerkennung
Foto: Andreas Ebert
So beispielsweise wenn es darum geht, Schulen, Straßen oder Trinkwasserversorgungen aufzubauen. Mit dieser Hilfe soll den Menschen nach bewaffneten Konflikten ihre Lebensgrundlage zurückgegeben werden. Dies schafft die Voraussetzungen für dauerhaften Frieden.
In vielen dieser Länder finden bewaffnete Konflikte statt. Nur ein Zehntel der etwa 1,4 Milliarden US-Dollar, die die Welt aktuell pro Jahr für Rüstungsgüter ausgibt, würde ausreichen, um weltweit die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen. Damit könnte die Ursache vieler dieser bewaffneten Konflikte wie Armut, Hunger und Unterentwicklung beseitigt werden.
(Autorin: Ingrid-Gabriela Hoven, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)