Jeder Mensch hat ein Recht auf ausreichende Ernährung, Zugang zu sauberem Wasser, ein Recht auf kulturelle Identität und auf den Erhalt seiner natürlichen Umgebung. Jeder Mensch hat das Recht in Würde zu überleben. Dies entspricht der Charta der Vereinten Nationen. An diese Maxime und Visionen knüpft auch die Hilfsorganisation „Tierärzte ohne Grenzen e.V.“ an. In Entwicklungsländern wie Afrika sind die landwirtschaftlichen Prozesse noch nicht so industriell durchorganisiert wie in Deutschland. In Afrika hängt von einzelnen Nutztieren die Existenz von den Familien bis hin zu ganzen Dörfern ab.
„Wenn Tiere Leben bedeuten“, heißt das Motto der Hilfsorganisation „Tierärzte ohne Grenzen“. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen der Menschen, deren Existenz von der Tierhaltung abhängt, zu verbessern. Nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ soll ein Gesundheitssystem für Nutztiere aufgebaut und gefördert werden. Es sollen dadurch Einkommensmöglichkeiten, tragfähige Strukturen und langfristige Perspektiven geschaffen werden.
Weiterhin ist ein Ziel der Vereins, der ursprünglich als studentische Freiwilligeninitiative an der tierärztlichen Hochschule Hannover gegründetet wurde , die Lebensmittelhygiene zu verbessern. Außerdem soll die Übertragung von Tierkrankheiten auf Menschen reduziert werden. Die Projekte der „Tierärzte ohne Grenzen“ haben ihren Schwerpunkt in Afrika. Sie reichen von der Tollwutbekämpfung bis hin zum Bau eines Holzkohleverdunstungskühlers zur Aufbewahrung von Milch. Darüber hinaus arbeitet die Organisation mit den anderen Hilfsorganisationen, den lokalen Regierungen und Verwaltungen Hand in Hand.
Die Ernährungssicherung spielt bei allen Projekten der Organisation eine wichtige Rolle. Dieses Ziel wird in verschiedenen Facetten der Projekte verfolgt. So wurde von Juli 2006 bis April 2009 ein Projekt zur Förderung der Milchwirtschaft in Puntland in Somalia unter anderem von der Europäischen Union und Tierärzte ohne Grenzen e.V. begleitet. Milch und Milchprodukte sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrung besonders in Afrika.
Die Milch in diesem Klima haltbar zu machen, ist ein Aufgabengebiet der Hilfsorganisationen. Milch liefern in manchen Teilen Afrikas vorrangig Kamele. Sie sind den extremen klimatischen Bedingungen gut angepasst. Durch das Klima und aufgrund mangelnder Milchhygiene ist man nicht in der Lage, die Bevölkerung mit hochwertiger Frischmilch zu versorgen.
Im Rahmen des Projekts wurden dörfliche Milchsammelzentralen gebaut, Schulungsprogramme für Milchhygiene und -verarbeitung durchgeführt sowie Informationskampagnen gestartet.
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Helfer bei der Tollwutimpfung
Foto: Tierärzte ohne Grenzen
Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Seuchen- und Krankheitsprävention. Diese ist von grundlegender Bedeutung, da es Krankheiten gibt, die zwischen Menschen und Tieren übertragbar sind. Tollwut ist eine solche Krankheit.
Am 28. September ist der Welttollwuttag. Gegen diese vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheit unterstützt „Tierärzte ohne Grenzen e.V.“ ein unbefristetes Projekt im Naturschutzgebiet Massai Mara in Kenia. Hier starben vor Projektbeginn monatlich zwei Menschen und etliche Nutz- und Wildtiere an Tollwut. Die Menschen halten dort viele Hunde, die Rinder und Ziegenherden vor Angriffen von Raubtieren schützen. Diese und Wildtiere sind Hauptüberträger der Tollwut. Durch Impfung der Hunde konnte die Zahl der Tollwutausbrüche im Projektgebiet gesenkt werden.
So wie „Tierärzte ohne Grenzen e.V.“ bemühen sich zahlreiche Hilfsorganisationen auch auf anderen Gebieten, die Lage in den hilfebedürftigen Staaten Afrikas zu verbessern.