In vielen Ländern der Welt ist der Tourismus ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Dadurch trägt er zur Verbesserung der Lebensbedingungen weltweit bei und unterstützt die Bekämpfung der Armut. Aber auch im Krisen- oder Katastrophenfall leistet die Tourismusbranche ihren Beitrag.
2002 gründeten Reiseunternehmen in Deutschland unter dem Dach des Deutschen ReiseVerbands (DRV) einen gemeinnützigen Verein. Er verfolgt nur ein Ziel: unbürokratisch und diskret Hilfe zu leisten, sollten Menschen in Reiseländern unverschuldet in Notsituationen geraten sein.
Der Verein „DRV Hilfe ohne Grenzen“ bringt das weltumspannende Logistiknetz und die vereinten Transportkapazitäten der Reisebranche ein, wenn es gilt, Menschen zu helfen. Ursachen hierfür können Naturkatastrophen, Terror oder kriegerische Handlungen im Reiseland sein.
In bedeutenden Krisenfällen, die nachhaltige Auswirkungen auf deutsche Urlauber und die deutsche Tourismusbranche haben, gehört der DRV als beratendes Organ dem Krisenstab des Auswärtigen Amts an.
Ein Beispiel:
Die Zerstörungen, die der Tsunami am 26. Dezember 2004 allein in Südasien hinterlassen hatte, waren verheerend.
Schätzungsweise 230.000 Menschen starben, über 110.000 wurden verletzt, über 1,7 Millionen Einheimische rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos. Vor allem in Küstennähe war die Infrastruktur teilweise völlig zerstört. Für den Aufbau benötigte man dringend Hilfe aus dem Ausland.
Die Tourismusunternehmen erklärten sich solidarisch und halfen mit großzügigen Spenden, um die Folgen der Tsunami-Katastrophe zu mildern. Diese Solidaraktion übertraf alles bisher Erreichte des Vereins. Die Hilfsaktionen dienten unter anderem dem Wiederaufbau von Kindergärten und Schulen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Waisenhäusern in Sri Lanka.

Doch nicht nur in Krisenzeiten unterstützt die Reisebranche Projekte in Gastgeberländern deutscher Urlauber. Die Tourismusunternehmen haben es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensverhältnisse in den Gastgeberländern zu verbessern und einen nachhaltigen Beitrag für den Schutz von Umwelt und Natur zu leisten.
Ob es um den Schutz von Meeresschildkröten, um artgerechtes Whale Watching, die Wiederansiedlung von Korallen oder um das Thema Ausbildung und Hilfe zur Selbsthilfe geht: Viele Reiseunternehmen engagieren sich seit Jahren in unterschiedlichen Hilfsprojekten.
Im Fokus stehen:

Das Engagement einzelner Unternehmen wird unterstützt von branchenübergreifenden Maßnahmen: So prämiert der Deutsche ReiseVerband bereits seit 1987 weltweit Projekte, die einen innovativen, wirkungsvollen und beispielhaften Beitrag leisten, Umweltschutz und Tourismus gleichermaßen zu fördern.
Die EcoTrophea ist dabei nur eine der zahlreichen Auszeichnungen, die alljährlich in der Reisebranche für nachhaltige Projekte ausgelobt werden.
Anfang 2009 startete die erste branchenweite Nachhaltigkeitsinitiative Futouris, für die der Deutsche ReiseVerband die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Initiative startete mit insgesamt 14 Förderprojekten. Erklärtes Ziel ist es, in jedem Urlaubsland mindestens ein Projekt zum Umwelt- und Klimaschutz, zur soziokulturellen Verantwortung sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu fördern.
Immer mehr Reiseunternehmen engagieren sich bei Futouris, um sich gemeinsam für die Verbesserung der Lebensverhältnisse, die Förderung von Bildungsmaßnahmen, den Schutz von Natur und Umwelt und den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen.
Hier einige Projekte, die aktuell von Futouris unterstützt werden:

Neben den Gründungsmitgliedern TUI Deutschland, TUI Österreich, TUI Suisse, TUI AG, Airtours, Gebeco und TUI Leisure Travel gehören seit 1. Juli auch die Reiseveranstalter Thomas Cook sowie Neckermann Deutschland und Österreich dem Verband als aktive Mitglieder an.
Die Branche will weitere Mitstreiter gewinnen, um auch weiterhin soziale und ökologische Projekte weltweit fördern zu können.
(Autorin: Sibylle Zeuch, Deutscher ReiseVerband (DRV), Berlin)