Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise trifft die Menschen in den Entwicklungsländern am härtesten. Dieses Thema war zwangsläufig auch Gegenstand der Beratungen auf dem G8-Gipfel in L´Aquila/ Italien im Juli 2009.
Zum Abschluss des Gipfels zeigte sich Bundesentwicklungsministerin Wieczorek-Zeul erfreut, dass sich die G8-Staaten zu ihren bestehenden finanziellen Verpflichtungen gegenüber den Entwicklungsländern bekannt haben. Diese Verpflichtung bedeutet aber auch, dass die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit weiter gesteigert werden müssen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Anstrengungen gilt der Ernährungssicherung und der Bekämpfung des Hungers. Für diesen Bereich werden in den nächsten Jahren insgesamt bis zu 20 Milliarden US-Dollar bereitgestellt.
Denn mehr als eine Milliarde Menschen leiden weltweit tagtäglich unter Hunger. Daher müssen die Entwicklungsländer darin unterstützt werden, dass sie ihren Nahrungsmittelbedarf durch eigene landwirtschaftliche Produktion decken.
Das Bundesentwicklungsministerium hat sich auf Investitionen in die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung konzentriert und nicht auf kurzfristige Nahrungsmittellieferungen. Wieczorek-Zeul begrüßte es deshalb, dass jetzt auch die G8 ein deutliches Zeichen für die ländliche Entwicklung gesetzt haben.
Es ist auch damit zu rechnen, dass die wirtschaftliche Erholung in den Entwicklungsländern später einsetzen wird. Das muss bei der Hilfe der Ärmsten berücksichtigt werden, so Wieczorek-Zeul.
Bereits in den vergangenen 15 Jahren ist die Gruppe der G8 zu einem wichtigen Akteur in der Entwicklungspolitik geworden. Sie hat bestehende Initiativen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt und wichtige neue Aktivitäten initiiert.
Bild vergrößern
Moskitonetze schützen vor Malaria
Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb
Beispielhaft ist die Unterstützung für den globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose. Zu erwähnen ist auch die Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete arme Länder, die unter der deutschen Präsidentschaft erweitert wurde.
Die Schuldenerlassinitiativen HIPC (Heavy Indebted Poor Countries) und MDRI (Multilateral Debt Relief Initiative) verfolgen das Ziel, die Auslandsverschuldung der ärmsten Staaten zu senken. Dadurch sollen die Staaten wieder mehr finanziellen Spielraum für die Bekämpfung von Armut erhalten.
Die Subsahara-Staaten in Afrika profitieren besonders von dieser Maßnahme: 32 der insgesamt 41 Staaten, die durch HIPC und MDRI entschuldet werden, befinden sich in dieser Region.
Die Bundesregierung gewährt HIPC-Staaten in Subsahara-Afrika dabei Schuldenerlasse, durch die sie gegenüber Deutschland fast schuldenfrei werden.
Auch zum Erlass der Schulden bei MDRI trägt Deutschland bei. Diese sogenannten multilateralen Schulden sind beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbank und regionalen Entwicklungsbanken entstanden. Diese Initiative wurde bereits auf dem G8-Gipfel 2005 beschlossen.