Alternative Energien

Solarleuchten für mehr Entwicklung

Überall in den Tropen beginnt die Dunkelheit kurz nach 18 Uhr. Wer dann noch Arbeiten erledigen muss, der braucht künstliches Licht. Wegen der dann erträglichen Temperaturen können einige Tätigkeiten nur abends erledigt werden.

Weltweit haben fast die Hälfte aller Haushalte keinen Stromanschluss. Auch in absehbarer Zukunft besteht in den armen Ländern keine Chance für den Ausbau flächendeckender Netze.

Verwendung umweltfreundlicher Solarleuchten

Die Entwicklung eines Landes ist demnach auch stark von Lichtquellen abhängig. Der Einsatz von Solarleuchten ist der einzige gegenwärtig erkennbare Weg zu einer künftigen Versorgung der Menschen in den Entwicklungsländern mit Licht. Derzeit werden häufig Petroleumlampen verwendet. In Afrika werden rund 1,5 Millionen Tonnen Petroleum pro Jahr verbrannt, die auch die Umwelt belasten. In einigen Ländern sind die Ausgaben für Petroleum bereits der größte Posten im Devisenhaushalt.

Der Verein SOLUX e.V. hat die SOLUX-Leuchten speziell für den robusten Einsatz in Entwicklungsländern entwickelt. Bereits bei der Entwicklung der Leuchten wurden die Prioritäten anders gesetzt als normalerweise in den Industrieländern üblich. Die Leuchten sind mit modernster LED-Technik nicht nur besonders energieeffizient. Es wurde auch besonderer Wert darauf gelegt, dass die Geräte mit einfachen Werkzeugen von angelerntem Personal im Anwenderland montiert werden können.

Besonders in Ländern mit hohen Petroleumpreisen amortisiert sich die Solarleuchte bereits nach wenigen Jahren. Zusätzlich können viele Unfälle, Brände und gesundheitliche Nebenwirkungen mit Petroleumleuchten vermieden werden. Außerdem lassen sich mit den Solarleuchten Handys aufladen, was für die netzfernen, ländlichen Regionen immer wichtiger wird.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Die Ludwig Bölkow Stiftung hat mit dem SOLUX-Programm in den neunziger Jahren ein Konzept entwickelt und realisiert, bei dem die Partnerländer partnerschaftlich beteiligt werden. Sowohl größere Anteile bei der Herstellung als auch Vertrieb und Wartung der Leuchten werden soweit wie möglich von den Werkstätten im Entwicklungsland selbst übernommen.

Inzwischen agiert der Verein SOLUX losgelöst von der Bölkow Stiftung in zahlreichen Entwicklungsländern. 2008 hat der Verein gegen weltweite Konkurrenz zusammen mit 16 anderen Projekten den Lighting Africa Award bekommen. SOLUX gestaltet damit das Projekt www.one-child-one-solarlight.org in Ghana.

Hierdurch können die Menschen in den armen Ländern aufgrund der niedrigen Lohnkosten die Leuchten zum günstigen Preis erwerben. Außerdem kann das Wissen über Herstellung, Anwendung und Wartung der Leuchten möglichst weit verbreitet werden.

Senior Experten helfen

Die Inbetriebnahme der Werkstätten wird in der Regel von einem Trainer des Senior Experten Service (SES) vor Ort durchgeführt. Die Senior-Experten, die SOLUX-Werkstätten in Betrieb nehmen, haben sich zuvor in den Dresdner Musterwerkstätten eingearbeitet und sind mit allen Fertigungsschritten vertraut.

SOLUX bietet auch einen speziellen Werkzeugsatz für die Leuchten- und Modulfertigung an, der unter anderem aus diversen Werkzeugen zum Messen, Löten, Biegen und Nieten besteht.

Der Übergang zur Solarleuchte hilft den Menschen im ländlichen Raum, die Abendstunden besser zu nutzen. Für alle häuslichen und gewerblichen Tätigkeiten, zu allen Arbeiten für Bildung und Schule ist das bessere Licht eine große Erleichterung.  

Kontext