Armut, fehlende Alternativen und Unkenntnis über ökologische Zusammenhänge führen in Schwellen- und Entwicklungsländern häufig dazu, dass Menschen natürlichen Ressourcen der Umgebung zu intensiv nutzen. Das geht hin bis zur irreversiblen Übernutzung. Zusätzlich gefährden und zerstören einige Unternehmen aufgrund wirtschaftlicher Interessen großflächig Naturräume.
Mensch, Natur und Umwelt brauchen hier dringende Lösungsansätze für eine langfristig nachhaltige Nutzung der Natur.
Ein Lösungsansatz ist der naturverträgliche Tourismus. Er bietet eine wichtige Möglichkeit, um Natur und Umwelt zu erhalten und die Regionen wirtschaftlich nachhaltig zu entwickeln. Sanfter Tourismus schafft Einkommen für die Bevölkerung und fördert gleichzeitig die Akzeptanz und das Verständnis für Naturschutz in der Region.
Ziel des Ökotourismus ist: Lebensverhältnisse der Bevölkerung vor Ort zu verbessern, einzigartige Landschaft und Naturvielfalt zu schützen und sie gleichzeitig für Touristen erlebbar zu machen.
Der NABU gibt hier Hilfestellung mittels vielfältiger Projekte, die zu einem sozial, ökologisch, kulturell und wirtschaftlich nachhaltigen Tourismus beitragen. Sie sollen somit zu einer dauerhaft tragfähigen Entwicklung führen .
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Die Steppe wird von den Einheimischen Sary-Arka genannt - Goldene Steppe
Foto: Nabu/V. Kovalev
Kasachstan mit seinen 16,5 Millionen Einwohnern ist das Land alter Nomadenkultur und endloser Steppen mit großer biologischer Vielfalt. Die Einheimischen nennen die Steppen-Landschaft mit ihrem Wermutgeruch, unvergesslichen Sonnenaufgängen und sternübersäten Nachthimmel „Sary-Arka“ – goldene Steppe.
Zentralkasachstan fasziniert durch seinen großen Reichtum charakteristischer Tier- und Pflanzenarten. Wilde Tulpen und Wermut wachsen zwischen Asiatischen Pappeln und Saxaul, einem typischen Wüstenbusch. Hier haben auch die Saigaantilope und der Steppenkiebitz ihre Heimat.
Das einzigartige Naturschutzgebiet Korgalzhyn ist aufgrund der biologischen Vielfalt seiner Steppen und Seen Unesco-Weltnaturerbe der Menschheit. Aber auch Geschichte lässt sich hier in bronzezeitlichen Totenstätten und mittelalterlichen Siedlungsruinen hautnah erleben.
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Naturbeobachtung ohne Massentourismus
Foto: NABU/Til Dietrich
Dennoch ist Zentralkasachstan immer noch ein weißer Fleck auf der touristischen Landkarte. Ein neues Ökotourismus-Projekt des NABU soll dies ändern. Ziel von ETPACK, so der Kurzname des Projekts, ist es, ökologisches Bewusstsein zu fördern und alternative Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Damit wird den Menschen eine Chance zu geben, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen.
Das Projekt, das im September 2008 gestartet wurde, wird in einer engen Kooperation mit der kasachischen Nichtregierungsorganisation „Ekomusei Karaganda“ durchgeführt. Es wird von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.
Mit dem Projekt werden die Zivilbevölkerung und lokale Initiativen in der Region langfristig unterstützt. Dies vollzieht sich durch den Aufbau eines regionalen Reiseveranstalters, einer mitgliederbasierten Organisation und einem Netzwerk gemeindebasierter Tourismus-Initiativen.
Im Rahmen von ETPACK (Ecological Tourism and Public Awareness in Central Kazakhstan) sollen Institutionen und notwendige, strategische Partnerschaften aufgebaut werden. Sie sollen eine Weiterführung des Ansatzes nach Ablauf des Projektes garantieren. Auf diese Weise wird die Initiative einen langfristigen Beitrag zum Erhalt von Schutzgebieten, Biodiversität und natürlichen Ressourcen in Zentralkasachstan leisten.
Aufgrund der Entwicklung des Netzwerkes der Gasthäuser ist die Gründung einer Reihe von touristischen Reiserouten mit speziellen Besonderheiten geplant. Zur Zeit wird solche Arbeit in den Berg-Waldoasen Kent, Kysylaraj und Ulytau sowie an der Nordküste des Sees Balchasch geführt.
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Kasachstan und seine Traditionen entdecken
Foto: NABU/Anna Osennikova
So soll es beispielsweise Reiserouten mit Themenschwerpunkten wie Geologie, Archäologie oder Ornithologie geben. Eine Radtour „Bronzenring Sary-Arka“, die die historischen und natürlichen Sehenswürdigkeiten erfasst und zusätzlich einen umfassenden Einblick in das zentrale Kasachstan vermittelt, ist bereits vorbereitet.
Jeder Ort, der für die Entwicklung des Tourismus ausgewählt wurde, verfügt über etwas Besonderes und Eigenartiges. Die Ulytau-Berge, die das geographische Zentrum Kasachstans sind, nehmen bei den Kasachen seit langem einen besonderen Platz ein. Sie verfügen über archäologische Denkmäler, die für die Kasachen und alle Turkvölker von großer Bedeutung sind.
In deren unmittelbaren Nähe kann man auf Fotosafari gehen und die seltenen Saiga-Antilopen beobachten. Auch die naturnahen Berge Kysylaraj ermöglichen die Beobachtung seltener Tier- und Vogelarten. Vom Berg Aksoran (höchster Gipfel des Gebirgskomplexes Kysylaraj) kann man einen herrlichen Blick auf die kasachische Steppe genießen.
(Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V. – NABU, Berlin)
Hinweis der Redaktion:
Kasachstan hat für das „Kasachstan-Jahr 2009 in Deutschland“ ein reichhaltiges Programm erstellt. Für „Deutschland in Kasachstan 2010“ laufen derzeit unter der Ägide der Botschaft Astana die Planungen, an denen ein großer Kreis von deutschen Mittlerorganisationen und anderen Akteuren beteiligt ist.