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Wasserleitung für mehr Entwicklung
Foto: Welthungerhilfe
Die Einwohner von Pasobullo in Ecuador leben auf einer Höhe zwischen 3.400 und 3.600 Metern. Der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze misst knapp 3.000 Meter. In diesen Höhen wird die Luft knapp. Die Einwohner leiden jedoch unter der mangelhaften Trinkwasserversorgung.
Pasobullo liegt 60 Kilometer vom Hauptort des Kantons Pujili im Zentrum von Ecuador. Die Einwohner gehören zu einer einkommensschwachen und infrastrukturell unterversorgten Landgemeinde. Pasabullo ist eine der 20 von 965 Gemeinden mit dem niedrigsten Grad der Grundbedürfnisbefriedigung. 95 Prozent der Einwohner gehören der indigenen, qechua-sprachigen Minderheit an und 35 Prozent sind jünger als 15 Jahre.
In Ecuador leiden rund 64 Prozent der ländlichen Bevölkerung unter Armut. Doch in abgelegenen Regionen sind es bis zu 90 Prozent, vor allem unter der kleinbäuerlichen, indigenen Bevölkerung der Hochlandprovinzen.
Die Versorgung der Hochlanddörfer mit Basisdiensten wurde in den letzten Jahren kaum verbessert. Im Bildungs- und Gesundheitswesen hat sich aufgrund drastischer Kürzungen im öffentlichen Haushalt Ecuadors die Versorgung sogar verschlechtert. Ursache weit verbreiteter Infektionskrankheiten ist daher immer noch die mangelnde Versorgung mit sauberem Trinkwasser für 70 Prozent der Landbevölkerung.
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Ein Wasertank entsteht
Foto: Welthungerhilfe
Viva Con Agua hat zusammen mit der Welthungerhilfe vor Ort ein Projekt für die Verbesserung der Bedingungen gestartet. Das Ziel des Projektes ist, eine technisch einfache und optimal betriebene Trinkwasserversorgungsanlage zu erstellen. Hierfür soll die Infrastruktur, bestehend aus drei Quellfassungen, einer Hauptzuleitung, einem Reservoir mit Desinfektionskammer und einem Verteilernetz, gebaut werden.
Damit können alle 90 Haushalte der Dorfgemeinschaft mit ausreichend sauberem Wasser (40 Liter täglich pro Person) versorgt werden. Ziel ist eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der Gesundheit und Hygiene und damit die Verringerung der Kindersterblichkeit.
Das Wasser wird auch für die Landwirtschaft benötigt. Die Familien leben vom Anbau von Hülsenfrüchten, Gerste, Zwiebeln und Knoblauch und der Schafhaltung. Außerdem wird das Einkommen aus der Wanderarbeit bestritten, die hauptsächlich in die Plantagenwirtschaft des subtropischen Teils der Provinz Cotopaxi führt.
Bisher wurde das Trink- und Haushaltswasser aus den nächstliegenden Bächen und Tümpeln geschöpft. Für den menschlichen Konsum ist dieses Wasser nicht geeignet und die dabei übertragenen Mengen sind für ein Mindestmaß an Hygiene völlig unzureichend.
Das Wasserholen obliegt den Frauen und Mädchen. Sie tragen das Wasser heran für den Haushalt und für die gelegentliche Reinigung der Latrinen der Dorfschule. Neben der körperlichen Belastung und dem Zeitaufwand ist das Wasserholen aus den Gebirgsbächen in der Regenzeit gefährlich.
Das Wasser ist mit Parasiten, Pilzen und Kolibakterien verunreinigt. Häufig auch mit chemischen Stoffen aus der Landwirtschaft. Dadurch werden Darm- und Infektionskrankheiten verursacht, die auch für die hohe Kindersterblichkeit verantwortlich sind. 40 Prozent der Todesfälle von Kindern und Erwachsenen sind auf parasitäre und infektiöse Erkrankungen, daneben auf Atemwegskrankheiten zurückzuführen. Für eine ärztliche Behandlung fehlt oft das Geld.
Die Mehrarbeit durch den Ausfall und die Pflege kranker Familienmitglieder lastet auf den Frauen. Die Erkrankung Erwachsener bedeutet Einkommenseinbußen für den Familienhaushalt.
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Bewohner und Helfer: Gemeinsam haben sie es geschafft
Foto: Stephan Schneider
Für die Nachhaltigkeit des Projektes ist die Einbindung der örtlichen Behörden und der Einwohner wichtig. Das Projekt soll auch die lokale Selbstverwaltung stärken. Besondere Sorgfalt wird daher auf die Auswahl und Schulung des Personals der Betreiberorganisation gelegt. Auch die aktive und mitbestimmende Einbeziehung der Bevölkerung in Ausarbeitung, Diskussion und Verabschiedung der Betriebs- und Tarifregelungen ist unerlässlich.