Kinderpornografie

Sexuelle Ausbeutung von Kindern stoppen

Thailändisches Mädchen, das sein Gesicht mit den Händen bedeckt, in einem Raum mit einem Regal im Hintergrund, auf dem Puppen aufgereiht sind
Zerbrechliche Kindheit: Vor sexueller Ausbeutung und Gewalt schützen
Foto: UNICEF/Versiani

Weltweit werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen jährlich rund 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Sex gezwungen - besonders in armen Ländern. Das geht aus einem veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen: "Der Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung ist ein Schwerpunkt der Politik dieser Bundesregierung. Wir müssen auf allen Ebenen von Staat und Gesellschaft gegen die schreckliche Gewalt angehen, die tagtäglich Kindern und sogar schon Babys angetan wird." Dazu gehöre auch der Kampf gegen Kinderpornografie im Internet.

"Wir müssen zu allererst die Täter finden und zur Verantwortung ziehen. Und wir dürfen nicht länger das Massengeschäft dulden, das mit diesen grauenhaften, für jedermann zugänglichen Bildern über das Internet betrieben wird." Deshalb sei es so wichtig, die Seiten mit Kinderpornografie im Internet zu sperren, so von der Leyen.

Internationale Vernetzung verbessern

Oberste Priorität habe beim Kampf gegen Kinderprostitution die direkte Bekämpfung. Darüber hinaus sei es wichtig, die internationale Vernetzung für schnelles grenzüberschreitendes Vorgehen zu verbessern sowie den Zugang zu kinderpornografischen Material zu erschweren.

Das Bundeskriminalamt hat deshalb mit den fünf größten Providern Deutschlands im April einen Vertrag geschlossen. Sie wollen Zugangssperren zu Internetseiten schaffen, wo Kinderpornografie aufgerufen werden kann.

von links - Sir Roger Moore, Ministerin Ursula von der Leyen und Unicef-Geschaeftsführerin Regina Stachelhaus bei der Vorstellung des Unicef-Berichtes 2009 zur sexuellen Ausbeutung von Kindern.Bild vergrößern Vorstellung des Unicef-Berichts in Berlin Foto: Unicef

Unicef-Botschafter Sir Roger Moore brachte es auf den Punkt: "Männer auf der ganzen Welt müssen begreifen, dass der Missbrauch von Kindern oder die Nutzung von Kinderpornografie schwere Verbrechen sind. Kinder sind keine Ware!"

Auch Unicef fordert im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern eine Verbesserung der länderübergreifenden Zusammenarbeit der Polizeibehörden.

So arbeiteten bislang lediglich 36 Staaten, darunter auch Deutschland, mit einer Interpol-Datei zusammen, die weltweit kinderpornografische Bilder zum Zweck der Strafverfolgung auswertet. Die Zahl der missbrauchten Opfer, deren Bilder aktuell im Netz verbreitet werden, schätzt Interpol den Angaben zufolge auf 10.000 bis 20.000 Kinder.

Weitere Schritte der Bundesregierung gegen Kinderpornografie
Schutz vor Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung

Kinder in armen Ländern besonders bedroht

Nach Einschätzung von Unicef sind insbesondere arme Kinder aus den Entwicklungs- und Schwellenländern von Missbrauch und Ausbeutung bedroht. Als Gründe werden der Zusammenbruch sozialer Schutzmechanismen und unzureichende Strafverfolgung genannt.

Auf den Philippinen werden laut Unicef zwischen 60.000 und 100.000 Kinder als Prostituierte ausgebeutet. Jedes Jahr kommen demnach tausende Mädchen in die Hauptstadt Manila. Statt der versprochenen Stelle als Hausmädchen würden sie von Schleppern an Bordellbesitzer verkauft. In Bangladesch liegt das Durchschnittsalter, in dem Minderjährige zu Opfern kommerzieller sexueller Ausbeutung werden, laut Unicef bei 13 Jahren.

In den Touristenzentren an der Küste Kenias wurden nach einer Recherche des Kinderhilfswerks und der kenianischen Regierung im Jahr 2006 etwa 15.000 Jugendliche als Prostituierte ausgebeutet.

Etwa zehn Prozent der Mädchen waren demnach jünger als zwölf Jahre, als sie sich das erste Mal prostituierten. Zwei Drittel der Kunden waren wohlhabende Touristen aus den Industrieländern.

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