Erfahrung schafft Zukunft

Helfen hilft und tut gut

Die Einsätze und Einsatzländer der Senior Expertinnen und Experten sind vielfältig und reichen in die Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Zu den Kernaufgaben der Entwicklungspolitik gehört es, die Lebensqualität der Menschen unter anderem in Entwicklungsländern zu verbessern. Dabei spielt der Bildungssektor eine ganz große Rolle.

Seit seiner Gründung leistet der SES erfolgreich Unterstützung auch im Bildungswesen. In Äthiopien oder Kambodscha, Madagaskar oder Moldau, Ukraine oder Bulgarien ist das deutsche duale Ausbildungssystem attraktiv, weil es praktisches Training mit theoretischer Schulung vereint. Senior Experten, die als ehemalige Ausbilder solche Erfahrungen mitbringen, sind weltweit sehr gefragt.

Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise und knapper Kassen müssen alle Ressourcen eingesetzt werden. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hilft der SES mit, den Partnern beratend zur Seite zu stehen. Das reicht vom kleinen Existenzgründer bis hin zu mittelständischen Betrieben und Einrichtungen. Es folgen kurze Beispiele anschaulicher SES-Einsätze, die beweisen, dass es durchaus nicht etwas Spektakuläres sein muss, um den Menschen  effektive Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

SES-Experte Wolfgang Lutz mit dem Betreiber des ersten Garten-Centers in RumänienBild vergrößern Auf die Sprünge helfen: Der erste Gartencenter in Rumänien bekommt Anschubhilfe Foto: SES

Rumänien: Rettung vor dem Ruin

Es ist der 500. Einsatz in Rumänien. Der 37-jährige Inhaber des Garten-Centers in Cluj-Napoca hat beim Bau vor anderthalb Jahren viele Fehler gemacht. Das erste Garten-Center des Landes stand kurz vor dem Ruin. Die Pflanzen waren falsch ausgewählt und in zu großen Mengen und viel zu teuer eingekauft. Das Management war stark verbesserungswürdig und die Gewächshausanlage nicht fachgerecht durchgeführt.

So blieben die Kunden aus. Der Besitzer und seine Familie, ein junges Ehepaar mit einem kleinen Kind, standen kurz vor dem Ruin. Mit Hilfe eines SES-Experten konnten die 38 Arbeitsplätze in dem Garten-Center gerettet werden.

"Direkt erfolgreich war auch die Anlage eines großen Mustergartens im Freigelände", so Lutz. Die Kunden konnten direkt sehen, wie Blumen, Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Sie kauften Pflanzen aus dem Schaugarten heraus. „Die Umsätze haben sich sofort wesentlich erhöht“, sagt der Senior Experte nicht ohne Stolz. 

Der Senior Experte Ulrich Röhren bespricht in Laos einen Bebauungsplan mit zwei Frauen der Heimleitung.Bild vergrößern Von Köln nach Laos: SES-Beratung zum Erweiterungsbau einer Ausbildungsstätte Foto: SES

Laos: Erweiterung von Behindertenwerkstätten

Ein Zentrum für behinderte Frauen in Laos sollte vergrößert werden. Dabei half der ehrenamtliche SES-Experte Ulrich Röhren aus der SES-Zentrale in Bonn. Mit seiner Hilfe wurde ein Nutzungs- und Bebauungsplan erstellt, der es auch Rollstuhlfahrerinnen ermöglicht, sich barrierefrei bewegen zu können. Mit weiteren Übernachtungsmöglichkeiten wurde die Attraktivität der Einrichtung erhöht. Erneute Einsätze des Senior Experten werden folgen.

Rumänien: Zündung an und starten

Moderne Methoden im Kfz-Bereich vermittelte Bruno Weißengruber künftigen Kfz-Mechanikern und Ausbildern in Rumänien. 13 Fachkräfte wurden in der Fahrzeugtechnik vom Senior Experten auf den neuesten Stand gebracht. Er half darüber hinaus, den Unterricht anschaulicher zu machen und konnte ein deutsches Unternehmen, die MAN AG, überzeugen, einen LKW zu spenden, um den Schulfahrzeug-Park zu ergänzen.

Webermeisterin und SES-Expertin Ursula Schwierske am Webstuhl einer kleinen Weberei in Nepal mit zwei MitarbeiternBild vergrößern Kleine Weberei hat Großes vor - Anschubhilfe durch Ursula Schwierske in Nepal Foto: SES

Nepal: Produktentwicklung in einer Weberei

In Nepal hat Ursula Schwierske einer Weberei mit ihrer großen Berufserfahrung geholfen. Dort wollte man filigranere Muster weben. Die Kompetenz der Senior Expertin kam gerade recht: „Musterentwicklung war immer ein wichtiger Teil meiner Arbeit, so dass ich mich gut in die Weber hineinversetzen konnte. Außerdem bin ich lange Zeit pädagogisch tätig gewesen."

Moldau: Kochen und Service wichtig für die Tourismusentwicklung

Klaus Stahl, Küchenmeister im Ruhestand, half bereits zwei Mal in einer Berufsschule in Moldau. Er verbesserte die Ausbildung im Bereich Kochen und Service und übergab von deutschen Firmen gespendete moderne Küchengeräte zur besseren Ausstattung der Schulungsküchen. Demnächst ist der Senior Experte unterwegs nach Bulgarien, wo ebenfalls Fachkräfte qualifiziert werden. Sie werden von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Der SES hat seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit der Stiftung. An Berufsschulen in Moldau, Bulgarien und Rumänien unterstützt die Robert Bosch Stiftung die Aktivitäten von Senior Expertinnen und Experten. So bei der Ausbildung von Landmaschinentechnikern, Näherinnen, Friseuren und Friseurinnen, Krankenschwestern oder auch Elektrikern.

Philippinen: Zukunft auf zwei Rädern

Senior Experte Hendrik Tullney half einer Werkstatt auf den Phillppinen. Er zeigte den Mitarbeitern, wie sie ihre Motorradproduktion verbessern und optimal auslasten können.

Tullney gab Tipps und Anregungen für die Modernisierung einzelner Produktionssschritte und beriet die Werkstatt bei der Beschaffung und Lagerhaltung von Teilen und logistischer Abläufe.

Die Krankenschwester und Senior Expertin Annette Mentzel erläutert zwei jemenitischen Schwetern im OP-Saal einer neuen Klinik im Jemen die Bedeutung von Hygiene.Bild vergrößern Jemen: Hygiene im OP Foto: SES

Jemen: Sterilität und Hygiene

Anette Mentzel, Krankenschwester und Senior Expertin schult das Personal an einer neuen Klinik im Jemen über die Bedeutung und die Notwendigkeit von Hygiene. Hände waschen, Mundschutz anlegen, Bestecke sterilisieren; oft sind es ganz einfache aber wichtige Handgriffe, die Anette Mentzel dem Personal antrainiert.

Besonders in OP-Räumen mit seinen Instrumenten achtet die SES-Expertin auf peinlichste Einhaltung der Hygienevorschriften und Behandlung der Gerätschaft. Ihre Schulung erhöht die Qualifikation des Krankenhauspersonals und nutzt vor allen Dingen den Patienten.

SES-Schulprogramm in NRW, Hanns-Bernd Schiefer baute mit Schüler in Langenfeld einen AußengrillBild vergrößern Vom Grill- bis zum Schulgartenbau - Das Schulprogramm stößt auf großes Interesse Foto: SES

Deutschland: Steine, Mörtel, Zement und Teamgeist

Im Rahmen der Unterstützung von Schulen in Nordrhein-Westfalen war der ehemalige Stadtplaner und Architekt Hanns-Bernd Schier einmal pro Woche an einer Förderschule tätig. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern plante und gestaltete er einen Außengrillkamin. Er ließ die Schüler die benötigten Mengen an Steinen, Mörtel und Zement berechnen und den Grillrost von Praktikanten der Schule in einer Schlosserei anfertigen. Sein Einsatz verbesserte nicht nur die Teamfähigkeit und Kompetenz  der Schülerinnen und Schüler, er steigerte auch die Bereitschaft zu mehr Leistung und Eigenverantwortung. Als Nächstes war der Bau einer Sitzgruppe im Schulgarten geplant. Für die Schule etwas Nützliches zu schaffen und Anerkennung zu erhalten, war für die Schüler eine tolles Erlebnis.Auch Senior Experte Walter Rust stand der jungen Generation zur Seite. Er zeigt Auszubildenden einer landwirtschaftlichen Berufsschule den Umgang mit dem Pflug. Mit Spenden gelang es dem Senior Experten außerdem, einen neuen Traktor für die Schule zu organisieren.

Manche Berufe sind selten geworden

Schwierig gestaltet sich für den SES die Suche nach Experten aus Wirtschafts- und Produktionsbereichen, die in Deutschland schon länger nicht mehr verbreitet sind. Das sind bereiche wie die Lederverarbeitung, Kürschnerei und die Schuhproduktion. Anfragen dazu erreichen den SES immer wieder aus Ländern, die viel Leder verarbeiten, wie zum Beispiel kürzlich aus Äthiopien.

So wurden kürzlich händeringend für den afrikanischen Kontinent Schuhmachermeister gesucht. Fündig wurde man erst im Nachbarland Italien, wo sich zwei Schuhmachermeister für einen Einsatz fanden. 

Vielleicht haben einige "Unruheständler" nun Mut bekommen und wollen sich der großen "SES-Familie" anschließen? Anfragen von Interessierten, die sich mit ihrem beruflichen Erfahrungsschatz einbringen wollen, werden gerne aufgenommen, versichert  Sonnhild Schretzmann vom SES.

Mehr erfahren Sie auf der Internetseite des SES www.ses-bonn.de oder unter der Telefonnummer 0228-26090-0, EMail: ses@ses-bonn.de. Sie können aber auch eines der 14 bundesweiten SES-Büros in ihrer Nähe aufsuchen.

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