Das Auswärtige Amt unterstützt das erste Trainingsprogramm, in dem afghanische Polizistinnen und Polizisten im Kampf gegen häusliche Gewalt geschult werden. Dies betrifft besonders die Gewalt gegenüber afghanischen Frauen und Mädchen.
Das Schulungsprojekt ist ein erster und wichtiger Schritt, um familiärer Gewalt ein Ende zu setzen. Der Schutz von Frauen und Mädchen steht hierbei im Zentrum des Programms. Es wurde erstmals in Zusammenarbeit zwischen dem afghanischen Innenministerium und internationalen Partnern entwickelt.
Kürzlich wurde in Kabul der Beginn des Pilottrainings mit einer Eröffnungszeremonie gefeiert. Gleich anschließend begannen die ersten Trainingskurse. Die afghanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden anschließend ihre Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land im professionellen Umgang mit häuslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen schulen.
Ziel des Programms ist es, die Kompetenz der afghanischen nationalen Polizei (ANP) im Umgang mit familiärer Gewalt und Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu erweitern. Das Auswärtige Amt ist neben der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit an der Finanzierung des Projekts mit 62.000 Euro beteiligt.
Nachhaltigkeit durch die Ausbildung von Multiplikatoren
Im ersten Abschnitt des Projekts ("Training-of-the-Trainers") werden sieben Polizeitrainerinnen und -trainer etwa 300 Polizistinnen und Polizisten in Trainingszentren in Kabul und Masar-e-Sharif ausbilden. Die Ausbildung dauert sechs Wochen.
Anschließend werden sie in den Regionen, für die sie zuständig sind, weitere Kollegen und Kolleginnen im professionellen Umgang mit häuslicher und geschlechterspezifischer Gewalt schulen. Dies geschieht unter internationaler Aufsicht. Damit das Programm nachhaltig wirkt, sollen die Programminhalte so an Polizistinnen und Polizisten im ganzen Land vermittelt werden.
Für die Leitung des Projekts sind die UN-Entwicklungsbehörde (UNDP) und die Trainingsabteilung des afghanischen Innenministeriums zuständig. Das Internationale Polizeikoordinierungsgremium (IPCB) koordinierte die Auswahl der Polizeitrainer und -trainerinnen und die inhaltliche Konzeption des Lehrgangs.
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat dabei an der Entwicklung des Lehrplans und der Erstellung der Schulungsmaterialien mitgewirkt.
Viele afghanische Polizisten und Polizistinnen können noch immer weder lesen noch schreiben. Deshalb wurde bei der Entwicklung der Trainingsunterlagen und Handbücher besonders darauf geachtet, dass sie sich auch zur Unterrichtung von Analphabeten eignen.