Bildung ist Zukunft

Bildung für alle

Von Anette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

Bildung für alle – so lautet das zweite der Millenniumsziele der internationalen Gemeinschaft. Das Ziel: Bis 2015 sollen alle Kinder im schulpflichtigen Alter eine Grundschule besuchen. Bis dahin soll die unterschiedliche Behandlung der Geschlechter auf allen Ebenen des Bildungssystems überwunden sein. Die Zahl der Analphabeten soll bis 2015 um die Hälfte reduziert werden.

Insbesondere die junge Generation ist in den Schwellen- und Entwicklungsländern betroffen von strukturellen Problemen wie Armut, Migration, Arbeitslosigkeit sowie fehlendem Zugang zu Bildung und politischer Teilhabe.

Weil in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Anteil der jungen Menschen aber besonders hoch ist, muss auf Bildung ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Denn gebildete Menschen sind der Motor für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung.

Der Jugend durch Bildung Perspektiven aufzeigen

Entwicklungszusammenarbeit muss daher bei der Bildung der Jugend ansetzen. Dabei geht es nicht nur um Wissenstransfer, sondern um die Erziehung von Persönlichkeiten, die von Werten wie Verantwortungsbewusstsein und Solidarität geprägt sind.

Die jungen Menschen müssen durch Bildung Perspektiven für ihr Leben aufgezeigt bekommen. Sie müssen ihre Talente entdecken und sich so aktiv in das wirtschaftliche und soziale Leben einbringen.

Die Förderung beruflicher Bildung in den Entwicklungs- und Schwellenländern wird begleitet von umfassenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen.

Berufliche Bildung eröffnet dem Einzelnen die Chance einer Beschäftigung oder einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen zu können. Sie sichert den Lebensunterhalt und ist die Voraussetzung für ein selbstverantwortetes Leben.

Qualifizierte Arbeitskräfte entscheiden mit über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen auf nationalen und internationalen Märkten und die Prosperität von Volkswirtschaften. Die Verfügbarkeit von Fachkräften verstärkt die Attraktivität eines Landes oder einer Region als Wirtschafts- und Investitionsstandort.

Die Förderung der Berufsbildung und des Berufsbildungswesens ist seit mehr als 40 Jahren ein Gütesiegel deutscher Entwicklungszusammenarbeit.

Berufsbildungssysteme fördern

Programme zur Entwicklung angepasster Berufsausbildungssysteme stehen im Mittelpunkt der Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert mit der Arbeitsstelle iMOVE beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) das weltweite Engagement öffentlicher und privater Bildungsanbieter – insbesondere auch in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Deutsche Expertise in der arbeitsmarktnahen und praxisorientierten Ausbildung wird besonders bei der Entwicklung von modernen Standards und Curricula, bei der Fortbildung von Lehrern und Ausbildern sowie beim Aufbau überbetrieblicher Ausbildungszentren nachgefragt.

Jüngste Beispiele sind Vietnam, Indien und Mexiko, wo Public-Private-Partnership-Projekte (PPP) angestoßen wurden. Voraussetzung für den Erfolg sind dabei maßgeschneiderte Angebote deutscher Bildungsanbieter sowie das hohe Engagement öffentlicher und privater Institutionen des Partnerlandes.

Bildung sichert die Zukunft einer Gesellschaft

Eine erste Förderbekanntmachung des BMBF zur Unterstützung eines erfolgreichen Markteintritts deutscher Bildungsangebote in Schwellen- und Entwicklungsländern ist auf große Resonanz gestoßen.

Bildung ist der Schlüssel für wirksame und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit. Wir müssen deshalb den Zugang zu Bildung in den Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern, wo wir die Gelegenheit dazu haben. Das ist auch eine Investition in die Zukunft von Staaten, die sich in einem Transformationsprozess befinden. Denn Investitionen in Bildung sichern die Zukunft einer Gesellschaft und stabilisieren sie.

(Autorin: Prof. Dr. Annette Schavan, MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung, BMBF)

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