Immer wieder taucht die Frage auf: Warum gibt es eine entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit China? Traumhafte Wachstumsraten und moderne Metropolen sprechen eigentlich dafür, dass sich so eine starke Wirtschaftsmacht selbst helfen kann.
Richtig ist: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit unserem wichtigsten Handelspartner in Asien hat sich gewandelt. Die parlamentarische Staatsekretärin im Bundesentwicklungsministerium Karin Kortmann erläutert, warum Deutschland die klassische finanzielle Entwicklungszusammenarbeit mit China beendet hat und zu einer strategischen Partnerschaft übergegangen ist:
China ist längst ein Global Player. Mit seinen rund 1,3 Milliarden Menschen ist es inzwischen die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Wegen seiner großen wirtschaftlichen, regionalen und internationalen Bedeutung spielt China eine Schlüsselrolle bei der Sicherung von Frieden und Stabilität und bei der Umsetzung der Millenniumsziele.
Aber China hat weiterhin strukturelle Probleme, die die Erreichung dieser Ziele gefährden können. Dazu gehören die weit verbreitete Armut, Korruption und eine Umweltverschmutzung, die auch globale Auswirkungen hat. China ist derzeit neben den USA größter Emittent von Kohlendioxid. Auch beim Ausstoß von Schwefeldioxid, der Hauptursache des sauren Regens, steht China an der Spitze.
Deshalb liegt ein wichtiger Schwerpunkt der Bundesregierung in der Entwicklungszusammenarbeit mit China auf Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Dieses Engagement dient einerseits dem globalen Klima- und Umweltschutz, und liegt zum anderen im Eigeninteresse Deutschlands. Diese Kooperation ist auch für die deutsche Wirtschaft wichtig, die auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien zu den weltweit führenden gehört.
Bei der Zusammenarbeit mit China geht es nicht um das, was man traditionell unter „Entwicklungshilfe" versteht. Wir bohren dort keine Brunnen und Armutsbekämpfung kann China im eigenen Land selbst leisten. Vielmehr handelt es sich um eine strategische Zusammenarbeit bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben mit globaler Ausstrahlung im beiderseitigen Interesse.
Angesichts der gewachsenen Leistungsfähigkeit Chinas hat Deutschland 2008 entschieden, die „klassische finanzielle Zusammenarbeit“ mit diesem Land zu beenden.
Noch stärker als zuvor setzt man auf eine strategische Partnerschaft der gesamten Bundesregierung mit China, um chinesische Reformprozesse in Justiz, Gesellschaft und Klimaschutz weiter voranzubringen. Gezielt sollen Dialoge und Beratung sowie der Ausbau von Wirtschaftspartnerschaften gefördert werden.
Dabei kann man auf erfolgreichen Beispielen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit aufbauen:
(Autorin: Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ)