China, mit 1,3 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde, erlebt eine rasante Entwicklung. Marktwirtschaftliche Reformen und eine fortschreitende internationale Öffnung haben das Reich der Mitte in den letzten 25 Jahren gewaltig verändert. Zweistellige Wachstumsraten machen Chinas Volkswirtschaft zu der am schnellsten wachsenden der Welt. Chinas Rohstoff- und Energiehunger setzen die globalen Märkte unter Druck.
Das Land, mit seinen modernen Metropolen, ist zwar zum Global Player geworden, doch sein ungeheurer Entwicklungsschwung stellt es vor viele Probleme. Sei es beim Klima- und Umweltschutz, beim Thema Energie, der Wasserver- und Abwasserentsorgung, der Urbanisierung der Städte oder bei der ländlichen Entwicklung. Auch die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten sind an China nicht vorbei gegangen.
Mit seinen Emissionen bedroht das Land das Klima auf der Welt. Der Ausstoß von Kraftwerken, Industriestätten und der rasant zunehmende Autoverkehr sollen deshalb sauberer werden. Erneuerbare Energien heißt das Stichwort.
China gehört für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wegen seiner großen wirtschaftlichen, regionalen und internationalen Bedeutung zur Kategorie der so genannten Ankerländer. Diese Länder spielen eine Schlüsselrolle bei der Sicherung von Frieden und Stabilität und bei der Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele.
Schon aufgrund seiner Größe und Bevölkerungszahl ist die Mitwirkung Chinas für eine Lösung globaler Entwicklungsfragen erforderlich. Dies gilt vor allem im Kampf gegen den globalen Klimawandel, im nachhaltigen Umgang mit Energie- und Rohstoffressourcen sowie bei der Vermeidung von Epidemien.
Deutschland hat ein hohes Interesse an einer Entwicklung Chinas, die von innerer Stabilität geprägt ist und die stärker rechtsstaatlichen, marktwirtschaftlichen und ökologischen Prinzipien gerecht wird. Es ist daher naheliegend, China bei seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modernisierung zu unterstützen.
Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit China bedeutet keine finanzielle Unterstützung: Es geht um eine technische, strategische Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Herausforderungen im beiderseitigen Interesse. Sie dient der wirkungsvollen Einbindung Chinas in internationale Strukturen und Regelwerke. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit China ist somit auch Teil deutscher globaler Ressourcen- und Klimaschutzpolitik.
Chinas Wachstumstempo verlangt nach modernen Technologien, die die Umwelt und die Ressourcen schonen, sowie nach nachhaltiger Stadtentwicklung. Anderenfalls drohen die ökologischen Kosten die Wachstumsgewinne wieder aufzufressen. Und noch immer lässt der Wirtschaftsaufschwung bei vielen armen Chinesen auf sich warten.
Bei der Bewältigung seiner Probleme will Deutschland China ein guter Partner sein und ihm zur Seite stehen. Deutsches Know-how wird in China sehr geschätzt und kann bei der Bewältigung vorgenannter Probleme helfen.
Das Reich der Mitte ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Asien. Umgekehrt ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Chinas in Europa. In den vergangenen Jahren haben sich die Beziehungen zwischen beiden Staaten sehr positiv entwickelt. Sie sind freundschaftlich und gut und von großer Vielfalt, beachtlicher Dichte und zunehmender politischer Substanz geprägt.
Ein wichtiges Kernstück der Beziehungen ist der bilaterale Rechtsstaatsdialog. Bereits im November 1999 vereinbarten beide Länder, einen umfassenden Dialog über Fragen des Rechtsstaats zu führen. Ausgehend von der Unteilbarkeit des Rechtsstaats sollen die Reformen in der Volksrepublik begleitet und ein gemeinsamer Beitrag zur globalen Durchsetzung von rechtsstaatlichem Denken und Menschenrechten geleistet werden.
Im September 2005 unterzeichneten die Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries, und der Leiter des Rechtsamts des Staatsrates, Minister Cao Kangtai, das Dritte Zweijahresprogramm zum Austausch und zur Zusammenarbeit im Rechtsbereich. Im Rahmen dieser Programme werden gemeinsame konkrete Projekte in den verschiedensten Rechtsbereichen durchgeführt. Auch der bilaterale Menschenrechtsdialog ist Teil dieses Programms.
Die Beziehungen zu China sind aber auch von einem immer stärker werdenden kulturellen Austausch geprägt. Das Goethe-Institut in China spielt dabei eine wichtige Rolle. „Die Fähigkeit, sich über kulturelle Unterschiede hinweg zu verständigen, ist ein Schlüssel erfolgreicher Kooperation in allen Bereichen“, meint auch der Leiter des Goethe-Instituts Peking, Khan-Ackermann. Das Goethe-Institut und die Initiative „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ leisten dazu einen wertvollen Beitrag.
„Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung“ ist eine auf drei Jahre angelegte Veranstaltungsreihe in China und die bisher größte Darstellung Deutschlands im Ausland.
Die gemeinsame Schirmherrschaft haben Bundespräsident Horst Köhler und Staatspräsident Hu Jintao. Träger der Reihe ist das Auswärtige Amt. Kooperationspartner sind der Asien-Pazifik Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA), das Goethe-Institut und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Die Projektleitung liegt beim Goethe-Institut in Peking.
Die Veranstaltungsreihe hat zum Ziel, gegenseitiges Verstehen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit zu fördern. Zudem will sie das Bild von einem zukunftsorientierten, innovativen Deutschland stärken.
Übergreifendes Thema der Veranstaltungsreihe ist nachhaltige Urbanisierung.
Deutschland bietet China an, gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der rasanten Urbanisierungsprozesse zu entwickeln und umzusetzen.
>> Video zu Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung
Mehr zu diesen Themen können Sie in der aktuellen Ausgabe des Entwicklungsmagazins lesen.
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