„Perle der Entwicklungszusammenarbeit“, „Auswärtiges Amt des Sports“, „Meine Deutschkenntnisse konnte ich entscheidend verbessern“, „Brücken zu sportlichen Entwicklungsländern“ – wenn sich so ein Studienkursleiter, das Auswärtige Amt, Trainer und die Medien über die Auslandstrainerschule in Mainz äußern, dann muss etwas mehr entstanden sein als nur eine Trainerschule.
Seit 30 Jahren existiert die Auslandstrainerschule des Deutschen Leichathletik-Verbandes in Mainz. Die Idee dieser Einrichtung stammt vom Leichtathleten und Sportpädagogen Professor Berno Wischmann. Bereits 1974 begann Wischmann Leichtathletinnen und Leichathleten aus Entwicklungsländern zur Ausbildung nach Mainz zu holen.
Die Kurse für Sportlehrerinnen und Sportlehrer, Trainerinnen und Trainer aus Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas werden zusammen mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt. Das Auswärtige Amt stellt im Rahmen der auswärtigen Kulturpolitik die notwendigen finanziellen Mittel bereit.
Die Mainzer Auslandstrainerschule ist stolz auf das Lob des Auswärtigen Amts, „Perle der Entwicklungszusammenarbeit“ zu sein. Sie empfindet das Lob jedoch auch als Verpflichtung, den gestellten Aufgaben zukünftig mit noch größerem Engagement nachzukommen.
Bevor die ausländischen Gäste mit der Ausbildung in Mainz beginnen, nehmen sie an einem Deutschsprachkurs teil. Der Kurs wird dann unterrichtsbegleitend fortgeführt und mit einer Sprachprüfung abgeschlossen. Der Unterricht erfolgt dann auch in deutscher Sprache. Die Gäste sollen so die Deutschen und Deutschland besser kennen lernen. Nach Beendigung der Ausbildung kehren die Stipendiaten in ihre Heimatländer zurück und sollen so auch ein positives Deutschlandbild vermitteln.
Im Vordergrund der rund anderthalbjährigen Ausbildung steht jedoch die Vermittlung von Erfahrungswissen aus Theorie und Praxis. Das Ziel ist es, die ausländischen Trainerinnen und Trainer in vielen Fächern fort- und weiterzubilden. Sie sollen eine breite Palette neuer Ideen und aktueller Trainingsformen kennen lernen, um in ihren Heimatländern Strukturen aufzubauen und Leistungssportler qualifiziert zu trainieren. Gleichzeitig sollen sie aber auch neue Anregungen bekommen, um in ihren Heimatländern möglichst viele Menschen für die Leichtathletik zu gewinnen und zu begeistern.
Mit besonderem Stolz stellt die Trainerschule fest, dass die gemeinsame Arbeit auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Zahlreiche ehemalige Stipendiaten nehmen verantwortungsvolle Positionen in Universitäten, Ministerien, Sportverbänden und als Nationaltrainer ihres Landes ein. Dass ihre Athleten bereits auf internationaler Ebene Medaillen gewonnen haben, sei nur am Rande erwähnt.
Bis heute wurden 362 Leichtathletik-Experten aus über 78 Ländern ausgebildet. Der DLV verband anfangs die Hoffnung, Multiplikatoren zur Förderung der Leichtathletik in der jeweiligen Heimat zu schulen. Die Hoffnung ist längst Realität geworden, wie die Zahlen und die Anerkennung der internationalen Fachwelt zeigen.
Flankiert werden die Maßnahmen durch Kurz- und Langzeitprojekte, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit Hilfe von DLV-Experten durchgeführt werden. Die Maßnahmen sollen für Nachhaltigkeit sorgen.
Sicherlich war es für die Teilnehmer nicht immer leicht, die Motivation der Gäste aus hauptsächlich fernen Ländern zu erhalten und zu stärken – Heimweh und vor allem der kalte deutsche Winter machte einigen zu schaffen. Die überdurchschnittlichen Ergebnisse der Studienkurse, die ausgezeichneten Leistungen sprechen für sich.
Im Juli diesen Jahres erhielten die zehn Absolventen des 30. Kurses für Auslandstrainer in Mainz ihre Diplome. Bester war Mduduzi Thoba Mazibuko aus Swaziland. Die Diplomübergabe erfolgte wie es sich bei einer internationalen Siegerehrung gehört: auf einem Siegertreppchen und mit dem Abspielen seiner Nationalhymne.
Die Teilnehmer des 31. Studienkurses stehen bereits in den Startlöchern.