Licht auf Knopfdruck ist in weiten Teilen der Welt noch immer ein Luxusgut - auch am Viktoriasee. Hier leben rund 30 Millionen Menschen ohne Zugang zum Stromnetz. Weltweit sind es 1,6 Milliarden Menschen. Sie erzeugen Licht mit Hilfe von Kerosin, das die Gesundheit gefährdet und die Umwelt massiv belastet.
Die Lichterzeugung mit Kerosin verursacht in Afrika jedes Jahr 67 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht ungefähr dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß von Finnland. Hinzu kommt, dass sich die Kerosinpreise in den vergangenen drei Jahren verdoppelt haben. Deshalb können sich die Fischer von ihrem ohnehin sehr niedrigen Einkommen den Kauf von Kerosin kaum noch leisten.
Der Lichthersteller Osram hat jetzt am Viktoriasee ein solares Umweltprojekt ins Leben gerufen. Es bringt Menschen ohne Zugang zum Stromnetz günstiges und umweltschonendes Licht. Die von Osram entwickelten Energiesparleuchten sind im Betrieb wesentlich günstiger und umweltfreundlicher als Kerosinleuchten. Sie werden in Nairobi zusammengebaut und dann im Lande verteilt.
An der neu entwickelten Lade-Solar-Station im Dorf Mbita, dem so genannten Energy Hub, können die Menschen die Batterien ihrer Leuchten preisgünstig wieder aufladen lassen.
Die Idee ist simpel: Energie in Entwicklungsregionen muss in kleinen Mengen verfügbar, transportabel und bezahlbar sein. So entwickelte Osram zwei Leuchten, von denen eine über einen externen Batterie-Koffer mit Strom versorgt wird. An diesen Batteriekoffer können auch andere Endgeräte mit geringem Stromverbrauch angeschlossen werden, zum Beispiel Radios. Auch Handys lassen sich hier wieder laden. Die andere Lampe besitzt eine integrierte Batterie und wird am Energy Hub als Einheit wieder aufgeladen oder ausgetauscht.
Ein großer Vorteil ist, dass die Fischer die Lampen, die pro Sück circa 15 Euro kosten, nicht kaufen müssen. Sie können sie gegen eine geringe Pfandgebühr leihen. Und wer selbst dieses Pfand nicht aufbringen kann, kann bei der lokalen Nicht-Regierungsorganisation "Osienala" hierfür ein Kleindarlehen erhalten. Da die Ladestationen Personal benötigen, werden zudem Arbeitsplätze geschaffen.
Die solare Energietankstelle wurde nach einjähriger Planungsphase in nur vier Monaten Bauzeit errichtet. Drei weitere stehen in Kenia und Uganda kurz vor der Inbetriebnahme. Das Besondere: Sie verfügen außerdem über eine Trinkwasseraufbereitungsanlage mit integrierten UV-Strahlern, um die restlichen Keime zu vernichten. So sollen die Menschen vor Krankheiten durch verschmutztes Wasser wie Durchfall und Cholera geschützt werden.
Das Projekt hilft der Bevölkerung vor Ort sowie der Umwelt und stellt somit eine nachhaltige und saubere Lichtlösung für Regionen ohne Stromnetz dar.
(Autorin: Nadine Kleinert, Pressesprecherin der Osram GmbH, München)