Klimawandel und Katastrophenvorsorge

Die nächste Katastrophe kommt bestimmt

Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Landflucht: Organisationen wie Caritas international, das Hilfswerk der Deutschen Caritas, helfen weltweit Menschen, die von einer Katastrophe betroffen sind. Dabei baut die Hilfsorganisation auf die enge Zusammenarbeit mit den einheimischen Caritas-Mitarbeitern.

"So müssen keine Hilfskräfte in die Katastrophengebiete einflogen werden“, erklärt Gertrud Rogg von Caritas international. "Sie sind bereits vor Ort, kennen sich aus und sorgen dafür, dass die Hilfe bei den Bedürftigen ankommt. Sie wissen, was wirklich gebraucht wird, beschaffen die benötigten Hilfsgüter preisgünstig in der Region und sparen dadurch auch Transportkosten. So können die Betroffenen schnell und effizient mit Nahrungsmitteln versorgt und medizinisch betreut werden.

Die Gefahren reduzieren

"In der Katastrophenhilfe geht es nicht nur darum, Leben zu retten", so Rogg. „Es geht darum, schon im Wiederaufbau den Menschen eine eigenständige Zukunft zu sichern und die Gefahren zu reduzieren, erneut Opfer einer Katastrophe zu werden."

"Wir gestalten den Wiederaufbau so, dass die Opfer in Zukunft weniger verwundbar sind. Sie werden darin gestärkt, sich selbst zu helfen.“ Dies geht nur, wenn die Betroffenen von Beginn an beteiligt sind. "Sie sind Planer und Ausführende, wir begleiten sie dabei", betont die Caritas-Mitarbeiterin.

Als Beispiel nennt sie die Projekte der Caritas Indien für die Katastrophenvorsorge. Die Betroffenen müssen auf der Baustelle mit anpacken. So werden ihre Häuser nach Katastrophen wirbelsturmsicher wiederaufgebaut. Sie erhalten ein Flachdach, das für Vorräte als Lagerplatz dient und bei Überschwemmungen zum Zufluchtsort für Mensch und Tier wird.

Die Unterstützung von Katastrophenopfern ist eine der traditionellen Hauptaufgaben der verschiedenen Diözesan-Caritas-Organisationen in Westbengalen. Seit 2001 engagiert sich ABCD, der Verband der Caritasorganisationen im Bundesstaat Westbengalen, immer mehr im Bereich der Katastrophenvorsorge und der präventiven Schadensbegrenzung.

Besser gewappnet sein

Mit finanzieller und technischer Unterstützung durch Caritas international und der Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen Unicef helfen sie seitdem besonders bedrohten Dorfgemeinschaften. Sie sollen lernen, sich besser und eigenverantwortlich auf die häufigen Katastrophenfälle vorzubereiten. Schon einfache Maßnahmen wie schlichte Frühwarnsysteme können viele Menschenleben retten und Folgeschäden begrenzen.

Um die Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung sicherer zu machen und damit Seuchen und anderen gesundheitlichen Problemen vorzubeugen, führen die Hilfsorganisationen Programme durch. In denen lernen die Betroffenen, Häuser und Brunnen flutsicher umzubauen.

Zu Beginn der Projekte steht die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Notwendigkeit der Maßnahmen. Sie müssen lernen, die fatalistische Haltung gegenüber den Tragödien zu überwinden und eine aktive Rolle bei der nötigen Vorbeugung zu entwickeln.

"Am wichtigsten ist dabei die Mobilisierung von Frauengruppen und das Training von örtlichen Freiwilligen“, weiß Gertrud Rogg. "Die Frauen organisieren selbst mutig Vorsorgemaßnahmen und bringen das Thema in den Dorfversammlungen ein.“

"Wenn wir die Frauengruppen in den Armenvierteln und Dörfern unterstützen, erreichen wir, dass vor allem die Bedürfnisse der am meisten Benachteiligten berücksichtigt werden.“ Genau diese sind auch von den Katastrophen stets am stärksten betroffen. Das wenige, was sie besitzen, ist oft auch das erste, was die Fluten davon schwemmen.

Rolle der Frau verändert sich

Die organisierten Dorfgemeinschaften erarbeiten in Komitees zusammen mit den politisch Verantwortlichen Notfallpläne. Sie planen beispielsweise die schnelle Evakuierung aus bedrohten Gebieten und können durch Übungen im Katastrophenfall schnell und angemessen reagieren.

Die Organisation von Dorfkomitees und Frauengruppen in gesellschaftlich besonders unterprivilegierten Gegenden ist sehr wichtig. Sie hat auch einen positiven Einfluss auf die Lösung vieler weiterer sozialer und ökonomischer Probleme. Die Bekämpfung der vielfältigen Benachteiligung von Frauen und ihrer Diskriminierungen innerhalb des Kastensystems setzt viele Energien frei. Sie können auch gesamtgesellschaftlich zu Veränderungen und mehr Gerechtigkeit in Indien führen.

Nach beispielhaften Projekten soll das Programm nun schrittweise auf alle bedrohten Dörfer in der Region ausgeweitet werden.

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