Der Sambesi ist der viertgrößte Fluss Afrikas. Sein Becken erstreckt sich über 1,3 Millionen Quadratkilometer und ist Heimat von 40 Millionen Menschen aus 30 ethnischen Gruppen. Die meisten der dort beheimateten Menschen leben von der Landwirtschaft und vom Fischfang.
Das Becken weist eine sehr große biologische Vielfalt auf, die es zu schützen gilt. Schutz benötigen aber auch die Feuchtgebiete an den Ufern des Sambesi.
Feuchtgebiete sind unter anderem für die Kontrolle von Überflutungen wichtig. Sie nehmen große Mengen Wasser auf und halten sie im Boden. Es sei von unschätzbarem Wert, wenn der Fluss über seine Ufer trete. "Feuchtgebiete verlangsamen in solchen Fällen die Fließgeschwindigkeit des Wassers und stellen einen wichtigen Schutz für die Bevölkerung dar", erläutert Tabeth Chiuta, Koordinatorin der Wasserprogramme beim Weltnaturschutzbund (IUCN).
Abgesehen davon sind die Feuchtgebiete bedeutsame Wasserfilter, entscheidende Nahrungsmittellieferanten für die im Becken lebenden Menschen und Grundlage für eine reiche Flora und Fauna. Noch leben dort unzählige Vögel, Säugetiere und tausende Pflanzenarten.
Jedoch erstreckt sich nach IUCN-Angaben das bedeutende Ökosystem nur noch über 7,2 Prozent des Beckens und müsste von den Anrainerstaaten dringend mehr Aufmerksamkeit erhalten. Denn Umweltzerstörung, die den Menschen ihre Lebensgrundlage entzieht, kann schnell Ursache von Konflikten werden. Viele Augen blicken deshalb erwartungsvoll auf die Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt im Mai nach Bonn.
Kritik am Zustand der Feuchtgebiete wurde Ende November letzten Jahres auf einer Konferenz in Simbabwe laut. Eingeladen hatte zu dem bislang dritten Anrainerforum das sogenannte „Zambezi Action Plan Project 6, Phase 2“, eine Initiative der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika.
Das Forum zielt auf die bestandsfähige Nutzung des Sambesibeckens und die Förderung der sozioökonomischen Zusammenarbeit der acht Staaten, die sich das Becken teilen. Das sind Angola, Botswana, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe und Tansania.
"Bislang ist der Schutz der Feuchtgebiete kein Teil der allgemeinen Entwicklungs- und Managementstrategie für den Sambesi", kritisierte IUCN-Expertin Chiuta. Nötig sei eine klare und spezifische Politik ohne Widersprüche.
Die Regierungen in der Region müssten den Schutz der Feuchtgebiete ganz oben auf der Prioritätenliste platzieren, fordert sie. Geschehe das nicht, würden viele der sensiblen Gebiete für immer verloren gehen.
(Autorinnen: Die Journalistinnen Miriam Mannak, Kapstadt, Heike Nasdala, Inter Press Service IPS Europa, Berlin/Bonn.
Mosambik und Malawi sind dieser Tage wieder von Überschwemmungen heimgesucht worden, teilt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) mit. Über 100.000 Menschen sind vor den Fluten geflohen. Viele wurden bislang in höher gelegene Gebiete umgesiedelt. Das BMZ hilft den Flutopfern in Mosambik und Malawi mit 1,3 Millionen Euro, um die aktuelle Notsituation der Menschen in den Überschwemmungsgebieten im südlichen Afrika zu lindern.
Mit diesen Mitteln sollen über das Welternährungsprogramm und die Deutsche Welthungerhilfe vor allem Nahrungsmittel beschafft und an die notleidende Bevölkerung verteilt werden. Die Maßnahmen in Mosambik werden eng mit dem ebenfalls vom BMZ unterstützten nationalen Krisenmanagementzentrum des südafrikanischen Landes (INGC) abgestimmt.
Bereits seit dem Jahr 2000 ist das BMZ in Mosambik engagiert, um mit Beiträgen zur Katastrophenvorsorge die Auswirkungen von periodisch auftretenden Überschwemmungen so gering wie möglich zu halten. (Die Redaktion)