Ernährung

Bio-Fisch aus dem Mekong-Delta

Nackte Füße bewegen sich schnell über eine schmale Holzplanke, ein Regen kleiner Körnchen prasselt auf die Wasseroberfläche darunter. Plötzlich beginnt es im Wasser vor Fischen förmlich zu brodeln: Futterzeit im „Land des Lächelns“, in Vietnam. Denn dort ist die Heimat des Pangasius, in diesem Fall des Bio-Pangasius.

Der Pangasius: ein Exot auf der Speisekarte

Der Pangasius gehört zur Familie der Welse. Er ist ein Schlankwels, der sich besonders durch sein ausgesprochen saftiges Fleisch und seinen milden Geschmack auszeichnet. In den letzten Jahren hat er sich als exotischer Fisch in Deutschland zu einem beliebten Trendfisch entwickelt. Er ist auf zahlreichen Speisekarten zu finden.

Die Bio-Pangasien von "Deutsche See" wachsen in einem weltweit einzigartigen Aquakultur-Projekt im Mekong-Delta in Vietnam auf. Der Grundstein für dieses Projekt wurde 2001 mit der Zertifizierung von Bio-Pangasius durch „Naturland“ gelegt. Zu diesem Zeitpunkt begannen "Deutsche See"-Partner gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und „Naturland“, ein umfassendes Aquakultur-Projekt umzusetzen. Es kann sich ohne Weiteres mit dem europäischen Standard messen.

Viel Bewegungsfreiheit  

Etwa 200 Kilometer südwestlich von Saigon wirtschaften zwei Farmer mit so genannten „floating ponds“. Das sind Gehege, die in fließendem Wasser errichtet werden. Unterstützt werden sie dabei von "Deutsche See"–Partnern.

Die für Bio-Pangasius vorgeschriebene Besatzdichte in diesen Anlagen ist extrem niedrig: „Nur zehn Kilogramm Fisch pro Kubikmeter Wasser sind erlaubt. Die Tiere haben so enorm viel Bewegungsfreiheit“, erklärt Andreas Lippmann, Category Manager für den Bereich Bio bei "Deutsche See". Für konventionelle Aquakultur hingegen gelten höhere Werte zwischen 75 und 170 Kilogramm Fisch pro Kubikmeter. Gleichzeitig sorgt auch die starke Strömung in den Gehegen für ein ausgesprochen gesundes und natürliches Aufwachsen der Fische.

Qualität auf dem Prüfstand

Besonders wichtig für "Deutsche See" ist die ständige Kontrolle der Wasserqualität des Mekong. Alle vier bis sechs Wochen wird die Qualität des Wassers vor und hinter dem Gehege überprüft. Parallel dazu findet zum gleichen Zeitpunkt eine Kontrolle der Sedimente im Gehege statt. Zusätzlich zu diesen Analysen werden regelmäßig umfassende Kontrollen auf Substanzen durchgeführt, die aus dem chemischen Kampfstoff ‚Agent orange’ stammen. ‚Agent orange’ ist dioxinhaltig und wurde im Vietnamkrieg zur Entlaubung von Wäldern und Nutzpflanzen eingesetzt.

Untersuchungen der "Deutsche See"-Partner haben bislang ergeben, dass die Wasserqualität des Mekong mindestens genauso gut ist wie die der Elbe. Der Mekong hat sogar einen niedrigeren Nitratgehalt. Das wiederum ist auf die extensive Landwirtschaft in Vietnam zurückzuführen.

Die weitere Verarbeitung der Pangasien erfolgt in bio-zertifizierten Fabriken gemäß europäischer Standards. In die Fabrik gelangen die Tiere lebend auf speziellen Lastenschiffen. Diese „Dschunken“ gewährleisten einen möglichst schonenden und stressfreien Transport.

Mehrere hundert Hände sind danach mit der ordnungsgemäßen Verarbeitung des Bio-Pangasius beschäftigt. Sie kontrollieren, filetieren und bereiten ihn für die weitere Reise nach Deutschland vor.

Vor dem Versand nach Deutschland werden tiefgefrorene Partien in akkreditierten Laboren in Vietnam untersucht. Eine zweite Untersuchung erfolgt umgehend, sobald die Container Europa erreicht haben. Die dritte Kontrolle findet schließlich beim Wareneingang in der Bremerhavener Fischmanufaktur statt.

(Autorin: Sandra Mies, Unternehmenskommunikation, „Deutsche See“ GmbH, Bremerhaven)

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