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Lissabon-Strategie

Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon hatte sich die EU ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Europa sollte 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden.

Die  Probleme und Herausforderungen waren und sind in ganz Europa ähnlich: Zu hohe Arbeitslosigkeit, Demografischer Wandel, Finanzierbarkeit der Sozialsysteme und der Übergang zu einer modernen Informations- und Wissensgesellschaft:  Die nationalen Regierungen sollen mit eigenen Reformprogrammen, unterstützt durch die EU, Europa für das 21. Jahrhundert fit machen.

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Eine hochrangige Sachverständigengruppe unter Leitung des früheren niederländischen Ministerpräsidenten Wim Kok kam Ende 2004 in einem Zwischenbericht über die Umsetzung der Lissabon-Strategie zum Ergebnis, dass die Europäische Union die darin festgelegten Ziele nicht erreicht hat beziehungsweise nicht erreichen wird. Zum einen waren die Wachstumsprognosen, die 2000 auf dem Höhepunkt des New-Economy-Booms Grundlage der Strategie waren, zu optimistisch. Zum anderen haben auch viele EU-Mitgliedstaaten ihre Reform-Anstrengungen nicht energisch genug vorangetrieben.

Neu-Start der Lissabon-Strategie in 2005

Im Frühjahr 2005 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der EU am Wachstumsziel der Lissabon-Strategie festzuhalten. Die Maßnahmen sollten aber auf wenige Teilziele begrenzt werden. Die Mitgliedstaaten sollten ihre Reformanstrengungen zudem verstärken und der Kommission entsprechend jährlich Bericht erstatten.

Die Kernziele der veränderten Lissabon-Strategie sind:

  • Investitionen in den Bereichen Forschung, Bildung und Innovation sollen besonders gefördert werden. Die Mitgliedstaaten setzten sich das Ziel, künftig drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in diese Bereiche zu investieren.
  • Die Flexibilisierung der Arbeitsmärkte soll vorangetrieben werden. Die Sozialsysteme sollen mehr Anreize für Beschäftigung bieten.
  • Die Dienstleistungsmärkte in Europa sollen weiter geöffnet werden. Dabei soll allerdings soziales Augenmaß gelten. Die Schutzbelange der Arbeitnehmer und Verbraucher sollen berücksichtigt werden.
  • Die Unternehmen sollen von Bürokratie entlastet werden. Die Mitgliedstaaten und die EU selbst sollen ihren Rechtsbestand durchforsten und unnötige Vorschriften abbauen beziehungweise verschlanken.
  • Umweltschutz von Innovationen im Umweltbereich sollen weiter gefördert werden. Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sollen in Einklang gebacht werden.

Insgesamt sollten die Ziele der Lissabon-Strategie unter Beachtung des europäischen Sozialmodells fortentwickelt und auf eine Balance zwischen Wirtschaftswachstum und sozialem Ausgleich geachtet werden.

Da die Ziele der Lissabon-Strategie offensichtlich nicht erreicht werden konnten, hat die EU eine neue Strategie 2020 formuliert, die Ziele bis zum Jahr 2020 definiert.