Forschung und Technologie haben in den letzten Jahren einen neuen Stellenwert bekommen. Die Entwicklung der grundlegenden Technologien wie Informations- und Kommunikationstechnologien prägen das moderne Leben in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft.
Technologische Entwicklungen haben sich zudem rasant beschleunigt: Das technische Wissen in Schlüsselsektoren vervielfacht sich innerhalb weniger Jahre, Forschungs- und Entwicklungskosten steigen in immer neue Dimensionen; die Globalisierung der Märkte ist vor allem in High-Tech-Sektoren Realität. All dies macht die europäische Dimension in Forschung und Technologie für die europäische Wirtschaft zur Überlebensfrage. Forschung und Entwicklung sind ein wichtiger Bestandteil der Lissabon-Strategie für Wirtschaftswachstum in Europa.
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Die Förderung von Forschung und technologischer Entwicklung in der Europäischen Union erfolgt durch spezifische Programme: Sie haben jeweils einen großen Forschungsbereich zum Gegenstand und laufen über mehrere Jahre. Sie sind zusammengefasst in einer größeren Einheit, dem "Forschungsrahmenprogramm". Dieses Programm soll helfen, die wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der in der Gemeinschaft angesiedelten Industrie zu stärken. Außerdem soll es die Entwicklung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der EU fördern. Schließlich soll es alle Forschungsmaßnahmen unterstützen, die aufgrund anderer Politikbereiche der Gemeinschaft für erforderlich gehalten werden.
Das siebte Rahmenprogramm Das siebte Forschungsrahmenprogramm (7. FRP) von 2007 - 2013 umfasst ein Fördervolumen von 54,5 Milliarden Euro. Es ist in vier Teilprogramme gegliedert:
- Kooperation
Dieses Programm ist mit einer finanziellen Ausstattung von 32,4 Milliarden Euro die Hauptsäule des 7. FRP. Es fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen Universitäten, Industrie und Forschungszentren. Die thematisch vorgegebenen Forschungsbereiche sind unter anderen Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanowissenschaften, Werkstoffe und neue Produktionstechniken. Auch Energie, Umwelt (inkl. Klimawandel), Weltraum und Biotechnologie gehören dazu.
- Ideen
Dieses neue Programm stärkt die Spitzenkompetenz der europäischen Forschung. Es macht Europa für Spitzenforscher und für Forschungsinvestitionen attraktiver. Der in diesem Programm eingerichtete Forschungsrat European Research Council (ERC) konzentriert sich auf die Förderung von Grundlagenforschung. Er wählt die kreativsten Forscherinnen und Forscher aus und fördert sie. Das Programm umfasst 7,5 Milliarden Euro.
- Menschen
Die sogenannten "Marie-Curie-Maßnahmen" (4,7 Milliarden Euro) wecken das Interesse für den Forscherberuf. Sie werben auch Forscherinnen und Forscher in Europa und außerhalb an.
- Kapazitäten
Das vierte Programm (4,2 Milliarden Euro) verbessert die Möglichkeiten für Forschung und Innovation. Durch die gezielte Förderung von Forschungsinfrastrukturen und der Forschung kleiner und mittlerer Unternehmen wird deren optimale Nutzung gewährleistet.
Subsidiaritätsprinzip
Trotz beträchtlicher Zuwachsraten des Forschungshaushalts der Europäischen Union sind die Mittel begrenzt. Forschung und Entwicklung bleiben in erster Linie Sache der Industrie und der Mitgliedstaaten. Dieser Grundsatz wurde durch das Prinzip der Subsidiarität im Vertrag von Maastricht festgeschrieben: Die Union soll nur tätig werden, wenn das Handeln der anderen Ebenen zur Erreichung eines bestimmten Ziels weniger geeignet ist.
