Mittwoch, 24. Oktober 2012
Integrationsmedaillen
"Das Engagement stärkt den Zusammenhalt"
Staatsministerin Böhmer hat acht Personen mit Integrationsmedaillen ausgezeichnet. Damit würdigte sie herausragendes Engagement für ein gutes Miteinander. "Die Medaillenempfänger sind wichtige Brückenbauer und Vorbilder. Sie stärken den Zusammenhalt in unserem Land", so Böhmer.
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Integrationsmedaille
Foto: REGIERUNGonline/Kugler
Böhmer hatte die Fraktionen des Deutschen Bundestags um Vorschläge zu Personen gebeten, die sich in besonderer Weise für ein gutes Miteinander einsetzen. Aus diesen Vorschlägen wurden acht Preisträger ausgewählt. Kriterium für die Vergabe der Medaille ist, dass das Engagement für Integration modellhaft und nachhaltig ist.
| An folgende Personen wurden jeweils eine Integrationsmedaille und Urkunde überreicht: | |
![]() | Sonja Brogiato aus Leipzig, österreichische Wurzeln Seit 2004 arbeitet Sonja Brogiato ehrenamtlich im Leipziger Flüchtlingsrat mit, seit 2005 als Mitglied des Vorstands. Die gebürtige Österreicherin entwickelte das Projekt „Integration durch Bildung“. Ihre Zielgruppe sind insbesondere Migrantinnen und Migranten, die in keine Regelschule mehr integriert werden können. Das Projekt bereitet die jungen Menschen auf den Besuch der Abendmittelschule vor. Brogiato berät darüber hinaus Asylbewerber und Flüchtlinge, organisiert Seminarreihen für Migranten und interkulturelle Veranstaltungen. |
![]() | Nurdane Görgün aus Offenburg, türkische Wurzeln Nurdane Görgün erhält die Integrationsmedaille stellvertretend für die Gruppe der Dialogbeauftragten der Moscheegemeinde Offenburg. Sechs junge Menschen haben sich zu Dialogbeauftragten ausbilden lassen und fördern seit 2010 den interreligiösen und interkulturellen Dialog. Sie bringen Menschen zusammen, organisieren Moscheeführungen, Seminare, Kulturfeste. Sie bringen die Religionen und Kulturen einander näher und helfen, Vorurteile abzubauen. |
| Mübeccel Koçer aus Düren, geboren in der Türkei Mübeccel Koçer setzt sich seit 25 Jahren ehrenamtlich für die Integrationsförderung im Dürener Bürgerverein „Satellitenviertel“ und für ein gutes Zusammenleben von deutschen und türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein. Von 1995 bis 1999 war sie Mitglied des Ausländerbeirats im nordrhein-westfälischen Düren. Seit 2009 engagiert sie sich im Projekt „Migrantinnen-Netzwerk gegen häusliche Gewalt“. Als Brückenbauerin berät und unterstützt sie betroffene Frauen. |
![]() | Philipp Kohl aus Mannheim Philipp Kohl rückt die Bedeutung des Mediums Film als Mittel zur Integration in den Blick. Kohl arbeitet als Regisseur, Autor und Komponist. 2010 produzierte er den Film „Transnationalmannschaft“, der nicht nur deutschlandweit, sondern auch auf internationalen Festivals Beachtung fand. In dem Film kommen Bewohner aus zwei Mannheimer Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil während der Fußballweltmeisterschaft 2010 zu Wort. Sie sprechen über das „Deutschsein“ und über Heimat. Der Film zeigt die verbindende und integrierende Kraft des Sports. |
![]() | Johann Koops aus Lingen Bei zahlreichen Auslandsreisen hat Johann Koops erfahren, wie hilflos und allein man sich in einem anderen Land fühlen kann. Er hatte jedoch das Glück auf Menschen zu treffen, die ihm weitergeholfen haben. Diese Erfahrungen waren für Koops Ansporn, sich als Integrationslotse zu engagieren. Koops unterstützt Migrantinnen und Migranten insbesondere bei der beruflichen Integration. Er gibt wertvolle Tipps bei Bewerbungen, entwickelt gemeinsam mit den Betroffenen berufliche Perspektiven, leitet einen Gesprächskreis für Männer und hilft bei der Beantragung der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen. |
![]() | Aslı Peker Gaubert aus Berlin, türkeistämmig Als ehrenamtliche Integrationshelferin begann Aslı Peker Gaubert im Jahr 2000 in Berlin-Kreuzberg. Sie bot spezielle Deutschkurse für Frauen an, die mehr waren, als ein Sprachunterricht. Sie waren auch ein Willkommensgruß. Anschließend leitete Peker Gaubert ein Interkulturelles Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum. Von 2007 bis 2009 zeichnete sie für das Projekt „Plattform für Begegnung und bürgerschaftliches Engagement“ verantwortlich. Seitdem bringt sie in Marzahn-Hellersdorf die interkulturelle Öffnung von Stadtteilzentren und Regeldiensten voran. |
![]() | Heinz Ratz aus Kiel Der Autor und Musiker Heinz Ratz besuchte im vergangenen Jahr im Rahmen seiner „Tour der 1000 Brücken“ über 80 Flüchtlingslager. Dabei entstand die Idee, gemeinsam mit Musikern, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, eine CD aufzunehmen und auf Tournee zu gehen. Heinz Ratz, der als Autor 10 Buchveröffentlichungen vorweisen kann, treibt der respektvolle und menschenwürdige Umgang mit Notleidenden und Flüchtlingen an. |
![]() | Nevin Şahin aus Hildesheim, türkische Wurzeln Nevin Şahin ist seit mehr als drei Jahrzehnten im niedersächsischen Hildesheim als Übersetzerin tätig- für Şahin ein Ehrenamt, das sie mit viel Herzblut ausübt. Sie setzt sich vor allem für türkische Frauen ein, leitet einen Alphabetisierungskurs, organisiert Fahrrad- und Schwimmkurse und hilft so den Frauen, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. |








