Freitag, 18. Januar 2013
Initiativen
Erster Willkommenspreis im Saarland
"Die Preisträger liefern wertvolle Impulse dafür, wie Integration vor Ort gelingen kann". Mit diesen Worten würdigte Staatsministerin Böhmer fünf Vereine, die mit dem Willkommenspreis der saarländischen Landesregierung ausgezeichnet wurden. Die Sportvereine haben sich insbesondere durch die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien hervorgetan.
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, der saarländische Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Andreas Storm, und die Integrationsbeauftragte des Saarlandes, Gaby Schäfer haben am Donnerstag (17.01.2013) gemeinsam insgesamt fünf Vereine mit dem Willkommenspreis des Saarlandes ausgezeichnet. Die fünf Vereine haben sich durch ihre hervorragende Arbeit mit und für Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, hervorgetan. Der erste Preis, dotiert mit 2.500,- Euro, geht an den Judo Club Folsterhöhe Alt-Saarbrücken 1999 e.V. Mit dem Willkommenspreis möchte die Landesregierung das besondere Engagement saarländischer Vereine bei der Integration von Zuwanderern würdigen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, bezeichnete das Engagement der Vereine als einen unverzichtbaren Beitrag zur ,,Integration vor Ort" und ein Ausdruck der Willkommenskultur im Saarland. Sozialminister Andreas Storm würdigte das Wirken der Vereine als Ort des gemeinsamen Handelns und der Begegnung. Für die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Gaby Schäfer, verkörperten die Vereine das ,,Miteinander" innerhalb der Vereinsgemeinschaft. Sie seien Bindeglied und Brückenbauer. Mit der Wertschätzung, die sie den Menschen entgegen bringen würden, pflegten sie die gute saarländische Vereinstradition. Ein freundlicher, unverkrampfter Umgang, manchmal nur ein Lächeln, erleichtere das ,,Auseinanderzugehen" und öffne Fenster für neue Kontakte". Staatsministerin Böhmer betonte: "Mit ihrem großartigen Einsatz stärken die Preisträger den Zusammenhalt in unserem Land."
Erster Preis für einen Judo-Club
Der Judo Club Folsterhöhe Alt-Saarbrücken 1999 e.V. wurde von der Jury mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Dieser ist mit 2.500,- Euro dotiert. Die Saarbrücker ,,Folsterhöhe" gilt als sozialer Brennpunkt und ist von einem relativ hohen Migrantenanteil geprägt. Der Judo Club Folsterhöhe hat sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die überwiegend aus sozial schwächeren Verhältnissen stammen, entwickelt. Durch die intensive Arbeit des Judo Clubs hat sich die Situation im Wohngebiet ,,Folsterhöhe" spürbar entspannt. Zahlreiche Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund konnten ,,von der Straße" in den Verein geholt werden und erhalten dort viele Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven, besonders hinsichtlich ihrer Schul- und Ausbildung.
Vier weitere Vereine wurden für ihr intensives und erfolgreiches Wirken hinsichtlich der Verbesserung der Integrations- und Teilhabechancen von Menschen mit Migrationshintergrund, der Förderung der interkulturellen Öffnung von sowie des interkulturellen Dialogs in den saarländischen Vereinen mit Geldpreisen geehrt:
RG Saarbrücken 2002 e.V. (1.000,- Euro)
Die Ringergemeinschaft Saarbrücken 2002 e.V. fördert die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund über den Sport in die Gesellschaft und bietet Hilfestellungen und Beratung sowohl im sportlich-aktiven als auch im privaten Bereich an. Der Verein arbeitet mit der Moschee in Völklingen zusammen und bezieht die islamische Glaubensgemeinschaft mit ein. Hierdurch wird der Zugang zu türkischstämmigen Kindern und Eltern geschaffen.
SV Hermann-Röchling-Höhe Völklingen e.V. (500,- Euro)
Der SV Hermann-Röchling-Höhe Völklingen e.V. unterstützt Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund bei der Bewältigung von alltäglichen Problemen auch außerhalb der gemeinschaftlichen sportlichen Aktivitäten. Der Verein bietet Unterstützung bei Behördengängen und vermittelt Sprachkurse oder Vorstellungsgespräche. Die Hermann-Röchling-Höhe in Völklingen ist nicht durch einen hohen Migrantenanteil gekennzeichnet. Dem Verein ist es jedoch gelungen, Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet anzuwerben, insbesondere solche mit Migrationshintergrund. Die ist mitunter auf den vom Verein organisierten Fahrdienst für Kinder aus anderen Stadtteilen zurückzuführen. Der Verein kooperiert außerdem eng mit dem FC Albazurra, in dem viele Mitglieder mit italienischen Wurzeln vertreten sind.
DJK Dillingen/Saar e.V. 1924 (300,- Euro)
Die DJK Dillingen/Saar e.V. ist geprägt durch einen Migrantenanteil von ca. 70%. Der Verein unterstützt Kinder und Jugendliche beim Erreichen des Schulabschlusses und bei der Ausbildungssuche. Im Rahmen der Vereinsarbeit stehen zudem die Wertevermittlung sowie gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen. Kinder aus sozialschwachen Familien wird die Sportausrüstung unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
Neunkircher Sportverband (200,- Euro).
Der Neunkircher Sportverband unterstützt Integrationsprojekte in Vereinen im Landkreis Neunkirchen und stellt hierfür einen ehrenamtlichen Integrationsbeauftragten zur Verfügung, der die Vereine bei der Eingliederung zugewanderter Menschen berät. Mit dem Projekt "Hinein in den Verein" in Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Neunkirchen macht sich der Verein für die interkulturelle Öffnung von Vereinen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Landkreis Neunkirchen stark.
Die Protestantische Christuskirchengemeinde St. Ingbert wurde außerdem für ihr Engagement im Dialog der Religionen lobend erwähnt. Neun weitere Bewerber wurden mit Dankurkunden geehrt.
Hintergrund zum Willkommenspreis:
Der Willkommenspreis des Saarlandes wurde 2012 ins Leben gerufen. Mit dem Preis sollen Vereine oder Initiativen, die sich durch ihre Ideen und Konzepte bei der gesellschaftlichen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund besonders verdient gemacht haben, geehrt werden. Der Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben.
Teilnehmen können alle Vereine und Initiativen aus den Bereichen Sport, Kultur, soziale Arbeit, Katastrophen- und Umweltschutz.
Vereine, die bereits Fördermittel zur Durchführung von Integrationsprojekten aus öffentlichen Mitteln erhalten haben oder deren Hauptvereinsziel die Integrationsförderung darstellt, können dabei nicht berücksichtigt werden.
