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Montag, 6. September 2010

Bundesministerin Aigner zu Gast bei der Deutschlandtour in Bonn 

Mit "Mut und Zuversicht“ sollten die Deutschen 20 Jahre nach der Wiedervereinigung in die Zukunft schauen. Das sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bei Ihrem Besuch auf der Deutschlandtour in Bonn.

Interview mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse AignerBild vergrößern Deutschlantour "20 Jahre Deutsche Einheit" in Bonn Foto: REGIERUNGonline

Ob die so genannte Mauer in den Köpfen noch existiere? „Das“, sagte Aigner, „hängt sicherlich auch vom Alter ab. Jemand, der nach 1990 geboren wurde, hat einen anderen Blickwinkel auf die Deutsche Einheit, als jemand der 1945 geboren wurde!“

Tourstopp in der früheren Bundeshauptstadt

Am 5. und 6. September war die Tour auch in der alten Bundeshauptstadt Bonn zu Gast. Die Stadt Bonn ist ein bedeutender Ort auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Hier tagte zum ersten Mal das frei gewählte gesamtdeutsche Parlament. Hier wurden grundlegende Gesetze erarbeitet und beschlossen, die der Vollendung der staatlichen Einheit dienten.

Auch in Bonn ist das Deutschland-Quiz "20 Jahre Deutsche Einheit" sehr beliebt. Auf die Frage, in welchem Bundesland denn heute die meisten Trabbis zugelassen sind, fallen den Besucherinnen und Besuchern spontan die Bundesländer Berlin oder Brandenburg ein - die richtige Antwort: Nordrhein-Westfalen! Das sorgt selbst in Bonn für Überraschung. Nur die wenigsten wissen noch, dass im Jahr 1990 ganz in der Nähe eine der ersten Trabbi-Werkstätten in den alten Ländern aufmachte.

Deutschland-Tour erfolgreich

Die Tour führt durch 53 Orte in ganz Deutschland. Seit ihrem Start am 1. Juli 2010 in Berlin – dem 20. Jahrestag der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion – war sie bereits in über 40 Städten zu Gast. Mindestens 120.000 Menschen haben bislang die Gelegenheit wahrgenommen, sich zu informieren. Ziel der Tour ist am 3. Oktober das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen.

Mit der Deutschland-Tour will die Bundesregierung an die Ereignisse vor 20 Jahren und die gemeinsame Aufbauleistung seit der Wiedervereinigung erinnern. Eine Ausstellung zeigt, dass Mauerfall und Ende der deutschen Teilung kein Zufall waren, sondern die Friedliche Revolution in der DDR vorausging. Es waren mutige Menschen, die auf die Straßen gingen, die SED-Diktatur zu Fall brachten und Deutschlands Einheit forderten.

Die Zwischenbilanz nach 20 Jahren: Es bleibt noch viel zu tun, aber Vieles ist gelungen. Deutschland wird von vielen Staaten um die Aufbauleistung seit 1990 bewundert. Der Gewinn an Lebensqualität in den neuen Ländern ist offenkundig. Er zeigt sich unter anderem an der erheblich gestiegenen Lebenserwartung.

Natürlich gibt es noch Unterschiede zwischen alten und neuen Ländern. Und so wie sich heute Schleswig-Holstein und Bayern unterscheiden, werden sich auch noch in 30 Jahren Brandenburg und Hessen unterscheiden. Ilse Aigner weiß um den Abwechslungsreichtum Deutschlands: „Als Landwirtschaftsministerin muss man 16 unterschiedliche Bundesländer und ihre unterschiedlichen Regionen im Blickfeld haben.“