Mittwoch, 3. April 2013
Ausstellung
Deutschland im Spiegel seiner Kunst
Im Jubiläumsjahr des Elysée-Vertrages zeigt der Louvre deutsche Malerei und Grafik von der Goethezeit bis in die Moderne. Mit rund 200 Werken ist es die größte Ausstellung dieser Art, die je in Frankreich präsentiert wurde.
Ausstellung "De l'Allemagne" im Louvre
Foto: picture alliance / dpa
Mit keinem anderen Land unterhält Deutschland so enge kulturelle Verbindungen wie mit Frankreich. Eine umfassende Präsentation deutscher Kunst hat es dennoch nie gegeben.
Mit der Ausstellung "De l'Allemagne" (deutsch: Über Deutschland) ermöglicht der Pariser Louvre nun im 50. Jahr des Elysée-Vertrages einen differenzierten Blick auf Kunst und Kultur des Nachbarlandes. Die Schau unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande ist einer der kulturellen Höhepunkte des Jubiläumsjahres.
Deutsch-französische Zusammenarbeit
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Staatsminister Bernd Neumann und der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault eröffnen die Ausstellung
Foto: AFP
Erarbeitet wurde die Ausstellung auf Initiative des Deutschen Forums für Kunstgeschichte von deutschen und französischen Wissenschaftlern. Neben mehr als 200 Werken bietet sie ein vielfältiges Rahmenprogramm, das auch Musik, Film und Literatur einbezieht.
Ihr Titel "De l'Allemagne" ist einem Werk der französischen Schriftstellerin Madame de Staël entliehen. Es prägte vor gut 200 Jahren den Mythos Deutschlands als "Land der Dichter und Denker".
Von Friedrich bis Beckmann
Das Spektrum der Ausstellung reicht von der Zeit um 1800 bis zum Zweiten Weltkrieg. Dabei verzichtet sie auf schematische Epochen-Einteilungen.
Dreh- und Angelpunkt der Präsentation ist die Kunst und Kunsttheorie Johann Wolfgang von Goethes. An ihnen - so die These der Ausstellungsmacher - haben sich die zentralen Bewegungen der Kunst in Deutschland immer wieder orientiert. Nicht umsonst nehmen Bildnisse des Dichterfürsten und vor allem auch seine Sammlungen eine zentrale Position ein.
Kultureller Höhepunkt des Jubiläumsjahres
Erklärtes Ziel war es, Zusammenhänge erkennbar und die eigene Prägung der künstlerischen Produktion in Deutschland nachvollziehbar zu machen. In der Ausstellung ist deshalb die Antikensehnsucht deutscher Künstler um 1800 ebenso Thema wie der Rückbesinnung auf das Mittelalter.
Weitere Bereiche sind den verschiedenen Konzeptionen der Landschaftsmalerei oder den Bildthemen der frühen Moderne gewidmet - wie der Vereinzelung des Menschen oder seiner Verwicklung in Gewalt und Krieg.
Dabei konnten die Kuratoren auf Gemälde und Zeichnungen von Caspar David Friedrich bis Max Beckmann zurückgreifen. Viele sind Leihgaben deutscher Museen wie zum Beispiel Tischbeins berühmtes Bild "Goethe in der Campagna Romana" aus dem Frankfurter Städel, das erstmals im Ausland zu sehen ist.
