Dienstag, 2. April 2013
Arbeitslosigkeit
Anstieg in Europa - Deutschland stabil
In der Europäischen Union ist die Arbeitslosenquote im Februar auf 10,9 Prozent gestiegen. Deutschland hat mit 5,4 Prozent nach Österreich die niedrigste Quote und verzeichnet außerdem die geringste Jugendarbeitslosigkeit in der EU.
Deutschland hat die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU
Foto: Marlene Hrubesch
In den 17 Ländern des Euroraums kletterte die Arbeitslosenquote im Februar auf zwölf Prozent. Damit stiegen die Quoten im Vergleich zum Februar 2012 sowohl in der EU (plus 0,7 Prozent) als auch im Euroraum (1,1 Prozent). Diese Daten veröffentlichte Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union.
Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland niedrig
Die Jugendarbeitslosigkeit stieg besorgniserregend. Im Februar 2013 lag die Quote in der Europäischen Union bei 23,5 Prozent. Rund 5,7 Millionen junge Erwachsene unter 25 Jahren waren arbeitslos, 196.000 mehr als vor einem Jahr.
Im Euroraum stieg die Jugendarbeitslosigkeit noch stärker als in der gesamten EU. Hier lag die Quote bei 23,9 Prozent. Das bedeutet: Im Februar 2013 waren fast 3,6 Millionen Jugendliche ohne Ausbildung oder ohne Job. Gegenüber Februar 2012 ist die Zahl um 188.000 gewachsen.
Deutschland verzeichnete bei der Jugendarbeitslosigkeit mit 7,7 Prozent die niedrigste Quote in der EU. Österreich lag mit 8,9 Prozent auf der zweiten und die Niederlande mit 10,4 Prozent an dritter Stelle. Die Jugendlichen aus südeuropäischen Länder waren hingegen am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen: In Griechenland und Spanien waren fast sechs von zehn Jugendliche ohne Arbeit (58,4 Prozent beziehungsweise 55,7 Prozent). In Portugal und Spanien waren es 38,2 Prozent beziehungsweise 37,8 Prozent.
Deutschland und Österreich mit geringster Arbeitslosenquote
Eurostat schätzt, dass im Februar 2013 in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union insgesamt rund 26,3 Millionen Männer und Frauen arbeitslos waren. Gegenüber Januar 2013 stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen damit um 76.000. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl um rund 1,81 Millionen zu.
Im Euroraum mit seinen 17 Mitgliedsstaaten waren etwa 19,1 Millionen Menschen arbeitslos, 33.000 mehr als im Januar. Gegenüber Februar 2012 waren dies rund 1,78 Millionen mehr.
Deutschland verzeichnete mit 5,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote nach Österreich (4,8 Prozent). Auch Luxemburg und die Niederlande stehen gut da. Die höchsten Quoten mit mehr als 26 Prozent meldeten Griechenland und Spanien.
Seit Februar 2012 stieg die Arbeitslosenquote in 19 EU-Mitgliedstaaten, am höchsten in Griechenland und Spanien. In acht Mitgliedsstaaten ging die Arbeitslosigkeit zurück, am meisten in Estland und Lettland.
In den USA lag die Arbeitslosenquote im Februar 2013 bei 7,7 Prozent, in Japan im Januar 2013 bei 4,2 Prozent.
So berechnet das Statistische Amt der EU die Arbeitslosenquoten:
Eurostat berechnet Arbeitslosenquoten für die Mitgliedstaaten, den Euroraum und die EU. Die Berechnung basiert auf der Arbeitskräfte-Erhebung (AKE) der Europäischen Union. Die AKE ist eine Haushaltsbefragung von Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 74 Jahren. Dazu gehören Erwerbstätige und Arbeitslose. Die Befragung wird in allen Mitgliedsländern auf der Grundlage von harmonisierten Definitionen durchgeführt.
Nach den Definitionen der Internationalen Arbeitsorganisation gilt als arbeitslos, wer
- ohne Arbeit ist,
- innerhalb der beiden nächsten Wochen eine Arbeit aufnehmen könnte und
- während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht hat.
Die Arbeitslosenquote ist der prozentuale Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen.
Die von Eurostat errechnete Quote zur Arbeitslosigkeit in Deutschland weicht von der ab, die von der Bundesagentur für Arbeit ermittelt wird. Hier liegt die registrierte Arbeitslosigkeit zugrunde.
