Mittwoch, 27. März 2013
Ausstellung
"Von Beckmann bis Warhol" im Gropius-Bau
Seit mehr als hundert Jahren sammelt die Bayer AG Kunst. Eine Auswahl der Werke ist jetzt im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Bei der Eröffnung der Ausstellung unterstrich Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Bedeutung unternehmenseigener Sammlungen.
Stillleben von Max Beckmann (1943)
Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Aus Anlass des 150-jährigen Firmen-Jubiläums wird die Sammlung nun in Berlin erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Unter dem Titel "Von Beckmann bis Warhol. Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts" zeigt der Martin-Gropius-Bau über 240 Arbeiten von fast 90 Künstlerinnen und Künstlern.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung unternehmenseigener Kunstsammlungen hervor: "Mit ihren Ankäufen fördern die Firmen häufig gezielt Künstler. Und sie stellen die Kunstwerke immer wieder Museen zur Verfügung. Ohne Sammler und Mäzene auch in den Reihen der Unternehmen wäre die Kultur in unserem Land ein deutliches Stück ärmer."
In seiner Rede begrüßte Neumann auch das museumspädagogische Angebot der Ausstellung, das sich in Workshops ganz gezielt an Kinder und Jugendliche wendet. "Es ist mir seit langem ein besonderes Anliegen, dass kulturelle Bildung schon im Kinder- und Jugendalter vermittelt wird", erklärte der Kulturstaatsminister.
Firmensammlungen fördern Kunst
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Kulturstaatsminister Neumann (rechts) und Michael Schade, Kulturbeauftragter der Bayer AG
Foto: Bayer AG
Die Sammlung Bayer zählt zu den ältesten Firmensammlungen Deutschlands. Zu ihr gehören Werke des deutschen Expressionismus, zum Beispiel von Max Beckmann oder Ernst Ludwig Kirchner, ebenso wie Arbeiten der Moderne École de Paris von Pablo Picasso, George Braque oder Joan Miró.
Außerdem Gemälde, Plastiken, Zeichnungen und Fotografien aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart - von Ernst Wilhelm Nay bis Gerhard Richter und Martin Kippenberger bis David Hockney.
Gegründet wurde die Sammlung 1912 von Carl Duisberg, dem ehemaligen Generaldirektor des Bayern Konzerns als Bildungsmaßnahme für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zur Ausstattung ihrer Büros wurden die Kunstwerke zunächst gesammelt - und nicht als Wertanlage. Heute bemüht sich das Unternehmen bestehende Sammlungslücken zu schließen und so weiter zu sammeln, dass vorhandenen Positionen verstärkt und neue Akzente gesetzt werden können.
Das Beispiel der Bayer-AG hat inzwischen Schule gemacht: Mittlerweile haben fast 80 Prozent der 300 umsatzstärksten Unternehmen hierzulande Kunst in ihrem Besitz, ungefähr die Hälfte davon in systematisch angelegten Sammlungen.
Der Martin-Gropius-Bau gehört zum Geschäftsbereich der Berliner Festspiele. Diese sind Teil der "Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin" (KBB). Der Bund fördert den Martin-Gropius-Bau aus dem Haushalt des Kulturstaatsminister mit jährlich 2,6 Millionen Euro. Auf der 7.300 Quadratmeter großen Fläche werden 10 bis 15 Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, zur Fotografie und zu kulturhistorischen Themen pro Jahr präsentiert.
