Navigation und Service

Inhalt

Dienstag, 26. März 2013

Weiterbildung

Lebenslanges Lernen lohnt sich

Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen weitergebildet wie im vergangenen Jahr: 2012 hat jeder Zweite an einer Fortbildung teilgenommen. Arbeitgeber beteiligen sich in hohem Maß an den Kosten.

Ein Mann und eine Frau während einer Weiterbildungsveranstaltung Schulungen sind eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken Foto: Burkhard Peter

Eine Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt worden ist, zeigt: 49 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben von April 2011 bis Juni 2012 an einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen. Bund und Länder hatten sich 2008 auf dem Dresdner Bildungsgipfel zum Ziel gesetzt, bis 2015 eine Fortbildungsbeteiligung von 50 Prozent zu erreichen. Das Ziel ist schon jetzt nahezu erreicht.

Ältere hoch motiviert

Die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland liegt weit über dem EU-Durchschnitt. Besonders erfreulich: In der Gruppe der über 60-Jährigen nimmt mittlerweile jeder Dritte mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil. Im Jahr 2007 waren es nur 18 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Weiterbildungsverhalten in Deutschland", die Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesbildungsministeriums durchgeführt hat.

"Lebenslanges Lernen lohnt sich - für Arbeitnehmer und Arbeitgeber", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. "Unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt verändern sich rasant. Weiterbildung ist der Schlüssel für die persönliche Entwicklung des Einzelnen und die Innovationsfähigkeit von Unternehmen."

Arbeitgeber unterstützen die Fortbildung

2012 wurden mehr Weiterbildungen betrieblich veranlasst, als in den vorherigen Jahren. Sieben von zehn Weiterbildungsmaßnahmen wurden durch den Betrieb angestoßen. Zuvor waren Fortbildungen vor allem aufgrund eigener Initiative besucht worden.

Seit 2010 beteiligen sich mehr Arbeitgeber an den Kosten der Weiterbildung. Die Ergebnisse der neuen Studie zeigen: fast sechs von zehn Arbeitgebern zahlen die Fortbildung ihrer Beschäftigten. Bisherige Erkenntnisse gingen davon aus, dass die Arbeitgeber nur für maximal ein Viertel der Weiterbildungsaktivitäten direkte Kosten übernehmen.

Bundesregierung fördert Aufstieg durch Bildung

Die Motive für Weiterbildung sind vielfältig: Bei Arbeitnehmern stehen Aufstiegsmöglichkeiten im Vordergrund. Das einmal erlernte Wissen reicht nicht aus, um mit neuen Produktions- und Arbeitsverfahren zurechtzukommen. Andere wollen sich vor Arbeitsitslosigkeit schützen. Arbeitgeber beugen mit der Weiterbildung ihrer Beschäftigten einem drohenedem Fachkräftemangel vor.

Auch die Bundesregierung unterstützt Weiterbildung. Mit dem Meister-Bafög fördert sie den beruflichen Aufstieg. Die Bildungsprämie unterstützt Einkommensschwache: seit 2009 wurden 164.000 Gutscheine ausgegeben. Weiterbildungs- und Aufstiegsstipendien helfen, neue Kompetenzen zu erwerben.

"Die gute Entwicklung bei der Weiterbildung zeigt, dass Deutschland sich zu einer lernenden Gesellschaft entwickelt. Aber auch in Zukunft gilt: Jedes Unternehmen wie auch jeder Einzelne ist gut beraten, seine Weiterbildungsaktivitäten weiter zu verstärken", so Wanka.