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Freitag, 22. März 2013

Weltwassertag

Wasser gerecht verteilen

Fast eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Weltwassertag am 22. März erinnert daran, dass Wasser das wichtigste Lebensmittel ist, mit dem sparsam und verantwortungsvoll umzugehen ist.

Kleinkind vor einer mit Wasser gefüllten blauen Plastikschüssel Ohne Wasser gibt es kein Leben Foto: Unicef

Den Wasserhahn einfach und jederzeit aufzudrehen und es sprudelt klares sauberes Trinkwasser heraus, ist für uns selbstverständlich. In anderen Gegenden der Welt sieht es anders aus, denn sauberes Süßwasser wird immer knapper.

Weltweit haben etwa 783 Millionen Menschen kein sauberes Wasser. Oft müssen sie viele Kilometer laufen, um zum nächsten Brunnen zu kommen. 2,6 Milliarden Menschen haben zudem keinen Zugang zu ausreichenden sanitären Anlagen wie Toiletten.

Bessere Zusammenarbeit bei der Wasserversorgung

Da Wassermangel immer mehr zur globalen Herausforderung wird, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2013 zum "Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Wasserbereich" erklärt.

Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Zusammenarbeit im Bereich Wasser die Regel sein muss. Flüsse machen nicht an Ländergrenzen halt und Seen bedienen ihre Anrainerstaaten mit dem kostbaren Gut Wasser. Ihre Wasserqualität muss aber auch von allen Nutzern geschützt werden.

Der Weltwassertag der Vereinten Nationen findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Er soll alle Menschen an die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage der Menschheit erinnern. 2013 steht er unter dem Motto "Wasser und Zusammenarbeit", das zugleich Thema des Weltwasserjahres 2013 ist.

Im internationalen Jahr werden erfolgreiche Wasserinitiativen vorgestellt und akute Probleme in anderen Bereichen wie beispielsweise bei der grenzüberschreitenden Wasserversorgung diskutiert. Konflikte und Kriege um Wasser müssen unbedingt vermieden werden.

Die Zusammenarbeit bei Wasserressourcen kann Brücken bauen und birgt zudem die Chance für die Zusammenarbeit in anderen Gesellschaftsbereichen.

Wasser bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche unseres blauen Planeten. Jedoch sind mehr als 97 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde Salzwasser. Der Anteil des Süßwassers beträgt lediglich zweieinhalb Prozent. Nur winzige 0,3 Prozent der gesamten Süßwasservorräte der Erde befinden sich in Oberflächengewässern wie Flüssen, Bächen und Seen. Größter Wasserverbraucher ist die weltweite Landwirtschaft.

Kinder besonders betroffen

Mutter badet ihr Kind in einer Waschschüssel Bild vergrößern Zugang zu sanitären Anlagen schaffen Foto: Unicef

Millionen Menschen haben keine andere Wahl, als verschmutztes Wasser zu trinken – obwohl sie wissen, dass sie davon krank werden können. Rund 2.000 Kinder unter fünf Jahren sterben täglich an Durchfallerkrankungen, die auf verschmutztes Trinkwasser, fehlende Sanitäreinrichtungen und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind, so Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. 99 Prozent dieser vermeidbaren Todesfälle entfallen auf Entwicklungsländer, vor allem im südlichen Afrika und Südasien.

"Wasser ist das kostbarste Gut auf der Erde", sagt Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel. "Es ist durch nichts zu ersetzen und steht gerade für arme Menschen oft nicht in ausreichender Qualität zur Verfügung." Hinzu komme, dass mangelnde Sanitärversorgung krank mache, so Niebel.

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber im Wassersektor weltweit und der größte bilaterale Geber in Afrika. Die Bundesrepublik unterstützt mit durchschnittlich etwa 400 Millionen Euro im Jahr Programme und Projekte in diesem Bereich.
Wasser ist in 27 Ländern Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Durch die Verbesserung ihrer Wasser- und Sanitärversorgung profitieren etwa 80 Millionen Menschen weltweit von den laufenden Vorhaben.

Am Weltwassertag wird auch die Bundesregierung an Aktionen teilnehmen. Niebel wird dabei besonders auf die Bedeutung von Wasser- und Sanitärversorgung in Entwicklungsländern aufmerksam machen.

Aus diesem Anlass organisierte die Bundesregierung eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der Ministerien und von Naturschutzverbänden. Die Bundesministerien für Umweltschutz, für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, für Bildung und Forschung sowie das Auswärtige Amt stellten ihre Projekte vor, mit denen sie die grenzüberschreitende Wasserkooperation fördern und weiterentwickeln.

Die Teilnehmer der Veranstaltung bewerteten die internationale Wasserpolitik der Bundesregierung als erfolgreich.