Mittwoch, 20. März 2013
Denkmalschutz
Schloss Wörlitz wird saniert
Das klassizistische Schloss inmitten des Gartenreichs Dessau-Wörlitz ist ein bedeutendes Architekturdenkmal – und dringend sanierungsbedürftig. Jetzt wurde seine Fassade wiederhergestellt. Der Bund hat dabei geholfen.
Mithilfe des Bundes saniert: Fassade des Schlosses Wörlitz
Foto: KsDW, Bildarchiv, Heinz Fräßdorf
"Hier ists iezt unendlich schön", schrieb Goethe 1778 nach einem Besuch im Gartenreich Dessau-Wörlitz. Ein Lob, das wahrscheinlich auch dem Wörlitzer Schloss galt. Es war fünf Jahre zuvor inmitten dieses Landschaftsgartens eingeweiht worden.
Als Gründungsbau des Klassizismus ist das Wörlitzer Schloss seitdem in die Kunstgeschichte eingegangen. Im Jahr 2000 wurde es - wie das gesamte Gartenreich Dessau-Wörlitz - in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Ältester klassizistischer Bau
Bild vergrößern
Enthüllt: sanierte Fassade von Schloss Wörlitz
Foto: KsDW, Bildarchiv, Heinz Fräßdorf
Seit dem Jahr 2000 wird das Schloss umfassend restauriert. Nach der Sanierung von Dachgeschoss und Geschossdecken konnte die Kulturstiftung Dessau Wörlitz in den vergangenen zwei Jahren Fassade und Portikus wiederherstellen.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat sie heute zusammen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff enthüllt. Dies sei eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg zur Wiederherstellung des Wörlitzer Schlosses, freute sich Neumann.
Das Schloss sei durch seine einzigartige Stellung als ältester klassizistischer Bau in Deutschland ja sozusagen der "Nukleus" des Unesco-Weltkulturerbes Dessau-Wörlitz, erklärte der Kulturstaatsminister.
Neumann: Bund bleibt verlässlicher Partner
Das Gartenreich ist einer von insgesamt 23 "kulturellen Leuchttürmen" in den neuen Bundesländern. Sie alle werden als national bedeutende Einrichtungen aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers vom Bund gefördert. Für das Gartenreich stehen jährlich rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.
Ein Teil davon fließt in dringend notwendige Restaurierungsmaßnahmen. Für den jetzt abgeschlossenen Bauabschnitt waren es rund 1,1 Millionen Euro – das sind knapp 50 Prozent der gesamten Kosten.
Eine Verpflichtung, zu der der Bund auch in Zukunft steht. "Der Bund ist und bleibt ein verlässlicher Partner der Kulturstiftung Dessau Wörlitz bei der Erhaltung und Pflege dieses Juwels", versicherte Neumann.
Das Gartenreich Dessau-Wörlitz entstand zwischen 1765 und 1805 aus mehreren Park- und Gartenanlagen, Schlössern und Gebäuden. Entlang der Elbe bilden sie auf einer Fläche von 142 Quadratkilometern ein Gesamtkunstwerk, das schon vor 200 Jahren einzigartig war. Bauherr Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau und sein Berater Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff orientierten sich bei der Gestaltung der Anlage nicht – wie damals üblich – an Barockgärten, sondern an englischen Vorbildern. Ihre aufklärerischen und pädagogischen Absichten zeigten sich nicht nur in der großen Naturnähe der Gartenanlage, sondern auch in ihrer Offenheit: Kein Zaun trennte den Garten von der Stadt, jedermann hatte freien Zutritt.
