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Mittwoch, 20. März 2013

Gesundheit

Krankenkassen sollen mehr für Vorsorge ausgeben

Krebs, Herzinfarkt, Diabetes. Die Diagnose kommt oft überraschend. Doch viele Gesundheitsrisiken können rechtzeitig erkannt und bekämpft werden. Dafür werden die Krankenkassen zukünftig pro Versichertem sechs statt bisher drei Euro im Jahr investieren.

Eine Fachärztin für Innere Medizin untersucht die Schilddrüse einer Patientin Auch diejenigen sollen erreicht werden, die bisher keine Prävention in Anspruch genommen haben. Foto: Burkhard Peter

Mehr Menschen als bisher sollen von Vorsorge profitieren. Das ist das Ziel des im Kabinett beschlossenen Präventionsgesetzes. "Wir sagen den Volkskrankheiten den Kampf an", so Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.

Die Qualität der vorhandenen Angebote steigt durch einheitliche Standards. Nationale Gesundheitsziele, wie den Tabakkonsum zu reduzieren oder das Risiko zu senken, an Typ2-Diabetes zu erkranken, sollen verbindlich umgesetzt werden. Die Menschen sollen in ihrem Lebensumfeld angesprochen werden, beispielsweise in der Schule.

Regionale Projekte wie gemeinsames Kochen für gesunde Ernährung oder Sportprogramme werden dafür von den Krankenkassen unterstützt. So werden auch diejenigen erreicht, die bisher keine Prävention in Anspruch genommen haben. Denn nicht jeder gibt sich einen Ruck und geht vorsorglich zum Arzt.

Gesundheit im Betrieb fördern

Ein Schwerpunkt des Gesetzes ist die betriebliche Gesundheitsförderung. Dieses Ziel hatte sich die Bundesregierung schon im Koalitionsvertrag und in der Demografiestrategie gesetzt. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollen deshalb die betriebliche Gesundheitsförderung ausbauen. Arbeitgeber und Kassen können beispielsweise Gruppentarife vereinbaren. Auch konkrete Maßnahmen vor Ort, wie Kurse gegen Burnout können unterstützt werden. 

Mit einem stärkeren Fokus auf Vorbeugung sollen Mediziner bei den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und den Check-ups für Erwachsene beraten. Am Ende dieser Beratung kann die Ärztin oder der Arzt eine Präventionsmaßnahme empfehlen.

Einige Versicherte schaffen es nicht, im Alltag an Vorsorgeangeboten teilzunehmen, weil sie in Schichten arbeiten oder Angehörige pflegen. Für sie soll es deshalb leichter ein kompaktes Angebot geben, zum Beispiel eine Kur. 

Früherkennung für Kinder

Nicht nur für Erwachsene, auch für Kinder ist Prävention wichtig. Die Krankenkassen bezahlen deshalb zukünftig die Früherkennung für Kinder über das sechste Lebensjahr hinaus bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr. Damit wird eine bestehende Versorgungslücke geschlossen.

Unter Vorsitz des Bundesgesundheitsministers wird eine Ständige Präventionskonferenz alle vier Jahre über die Entwicklung und Weiterentwicklung der Präventionsziele berichten. So werden alle relevanten Gruppen aus dem Bereich Prävention mit eingebunden.