Mittwoch, 20. März 2013
Topographie des Terrors
EU finanziert Dokumentationszentrum
Dokumentation und Aufarbeitung des Terrors durch die Nationalsozialisten in Deutschland – das ist der Auftrag der 1992 gegründeten Stiftung "Topographie des Terrors" in Berlin. Sie will die Erinnerungskultur in Deutschland aufrecht erhalten - in Form von Gedenkstätten, Ausstellungen oder Seminaren.
Topografphie des Terrors: Blick in die Baracke 13
Foto: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide, Hoffmann
In Deutschland gibt es immer mehr Gedenkstätten über die NS-Herrschaft von 1933 bis 1945. Das Thema der Zwangsarbeit während dieser Zeit arbeitet die Stiftung Topographie des Terrors auf. Sie legt bei ihren Dokumentationszentren besonderen Wert auf den konkreten Tatort. Das Zentrum Topographie des Terrors war einst Zentrale der SS und dient heute als Verwaltungs- und Ausstellungsort. Ebenso das Dokumentationszentrum Schöneweide, eine ehemalige Unterkunft der Zwangsarbeiter und heute Veranstaltungsort von Seminaren und Fortbildungen.
Baracke 13 durch EFRE-Gelder ermöglicht
Ein großes Projekt, das in den letzten Jahren in Schöneweide in Angriff fertiggestellt wurde, war die Baracke 13. Eine ehemalige Unterkunft der Zwangsarbeiter wurde dabei im Zuge der Restaurierung in ihren Ur-Zustand zurückgebaut. Kofinanziert wurde das Projekt durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) Einen Teil übernahm auch das Land Berlin.
Die Finanzierung stellt meist ein gravierendes Problem dar. Denn sowohl die Ausstellungseintritte als auch die zahlreichen Seminare und Führungen sind kostenlos. "Wir sind auf Spenden und Gelder des Landes Berlin angewiesen", erklärt Juliane Grossmann, Mitarbeiterin des Dokumentationszentrums Schöneweide. Anders als die Topographie des Terrors wird diese Gedenkstätte nicht durch das Land Berlin und des Bundes unterstützt.
Zwangsarbeit weiterhin aktuelles Problem
Dass Zwangsarbeit aber durchaus nicht nur ein Problem des 19. Jahrhunderts war, diese Botschaft liegt Grossmann besonders am Herzen. "Zivile Zwangsarbeit ist heutzutage noch in jeglicher Form vorhanden; beispielsweise in Bangladesch." Durch ein verändertes und erweitertes Bildungsangebot soll dieses Thema zukünftig auch in Seminaren abgedeckt und den Besuchern vor Augen geführt werden.
Engen internationalen Kontakt pflegen die Zentren zu ähnlichen Einrichtungen in Polen, den Niederlanden, Frankreich und Italien. Eben solche Länder in denen die Zwangsarbeit ein ähnlich großes Problem darstellte. Organisierte Reisen in die Erinnerungsstätten im Ausland sind jedoch nicht möglich, "dafür fehlt uns das Geld", so Grossmann.
Neue Dauerausstellung wird im Mai eröffnet
Damit der Schrecken der Zwangsarbeit in Berlin während der NS-Zeit nicht in Vergessenheit gerät und die Gesellschaft im 21. Jahrhundert Lehren für die Zukunft zieht, ist das Dokumentationszentrum Anlaufstelle für alle Interessierten. Am 8. Mai wird eine neue Dauerausstellung unter dem Titel "Verschleppt und Ausgebeutet – Zwangsarbeit im Nationalsozialismus".
