Dienstag, 5. März 2013
Deutschland/Indonesien
Gute Gründe für mehr Kooperation
Ob in Wirtschaft, Kultur oder Sicherheit - die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indonesien ist vielfältig. Diese werde nun weiter ausgebaut, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach ihrem Gespräch mit dem indonesischen Staatspräsidenten Susilo Bambang Yudhoyono in Berlin.
Die Bundeskanzlerin setzt sich für ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indonesien ein
Foto: Bundesregierung/Denzel
Während ihres Gesprächs im Bundeskanzleramt tauschten sich die Kanzlerin und ihr Gast aus Indonesien über die bilateralen Beziehungen und die aktuellen Entwicklungen in der Region aus. Merkel betonte, Indonesien weise "beeindruckende Wachstumsraten" auf und sei "ein wichtiger Pfeiler" in der südostasiatischen Wirtschaftsgemeinschaft ASEAN. Ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indonesien sei wichtig. "Ich setze mich dafür ein", sagte die Bundeskanzlerin.
Auch Yudhoyono wies auf die wirtschaftliche Dynamik in Südostasien hin und unterstrich die Bedeutung der Eurozone: Freier Handel und Investitionen seien wichtig und könnten nicht voneinander getrennt werden. Daher hoffe er, dass die EU bald ihre derzeitigen Probleme lösen werde, um im Rahmen der G20 die Weltwirtschaft insgesamt wieder anzukurbeln.
Zusammenarbeit verstärken und verstetigen
Die Kanzlerin wies auf das "dichte Netz" der Beziehungen und die zahlreichen Arbeitsbereiche der im vergangenen Jahr unterzeichneten "Erklärung von Jakarta" hin. Die Kooperation soll nun durch gemeinsame Arbeitsgruppen intensiviert und verstetigt werden.
Vereinbart wurde zunächst der verstärkte Austausch von Studierenden. Es sollen mehr indonesische Studentinnen und Studenten nach Deutschland kommen, vor allem in den Ingenieurwissenschaften.
Die "Erklärung von Jakarta" ist eine bilaterale Vereinbarung zwischen Deutschland und Indonesien. Sie soll für eine Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit sorgen. Auch die Kooperation in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales, Kultur, Wissenschaft und Technologie sowie Umwelt, Klimawandel und Erneuerbare Energien soll ausgeweitet werden. Die Erklärung wurde am 10. Juli 2012 von Bundeskanzlerin Merkel auf ihrer Indonesienreise unterzeichnet.
Toleranz als gemeinsame Basis
Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung. Die Kanzlerin attestierte dem Inselstaat eine "Vorbildfunktion, gerade auch, was das Zusammenleben von verschiedenen Religionen anbelangt". Während ihrer Indonesien-Reise im Juli 2012 hatte Merkel auch eine Moschee und eine evangelische Kirche besucht.
Auch Präsident Yudhoyono hob die Bedeutung eines toleranten Miteinander als demokratische Tugend für sein Land hervor.
Erneuerbare Energien fördern
Seit mehr als 60 Jahren arbeiten die Bundesrepublik Deutschland und Indonesien vertrauensvoll auf vielfältigen Gebieten zusammen. Schwerpunkte der Kooperation im entwicklungspolitischen Bereich sind die Stärkung der Privatwirtschaft und die Regierungsführung ("Good Governance").
Deutschland unterstützt Indonesien auch im Umgang mit dem Klimawandel. Es werden beispielsweise Maßnahmen zur Eindämmung der illegalen Abholzung in Indonesien durchgeführt. Außerdem wird die Nutzung Erneuerbarer Energien gefördert. Geothermische Quellen, Solar- und Wasserkraft sollen in Zukunft stärker für die Elektrizitätserzeugung genutzt werden.
Partnerland der Tourismusbörse
Im Anschluss an ihre Pressekonferenz eröffneten Merkel und Yudhoyono gemeinsam die Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Der Inselstaat ist ein beliebtes Reiseziel für deutsche Urlauber und in diesem Jahr Partnerland dieser europaweit größten Messe ihrer Art. In ihrer Rede auf der ITB hob Merkel nochmals die "strategische Bedeutung" Indonesiens und die breit angelegten Beziehungen zu dem südostasiatischen Land hervor.
Die ITB selbst bezeichnete die Bundeskanzlerin als "Tor zur Welt" und "Leitmesse der Touristikbranche". Dort ließen sich "sagenhafte Urlaubsregionen" zwischen der Arktis und den Tropen mit wenigen Schritten erkunden, so Merkel weiter. "Man kann also sagen: In 80 Tagen um die Welt ist passé. In 80 Minuten kann man das alles auf der ITB auch schaffen."
