Navigation und Service




»Kunst und Kultur sind der Zukunftsmotor unserer Gesellschaft«

Staatsminister Bernd Neumann

Inhalt

Samstag, 30. März 2013

Ausstellung

Martin Kippenberger in Berlin

Martin Kippenberger war eine der facettenreichsten Persönlichkeiten der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Berliner Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof zeigt rund 300 Werke des früh verstorbenen Künstlers.

Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Lieber Maler, male mir), 1981 Acryl auf Leinwand, 200 x 300 cm Martin Kippenberger - Maler, Schriftsteller, Musiker und exzessiver Lebenskünstler Foto: Estate Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln

Martin Kippenberger (1953 - 1997) war viel mehr als ein Maler, Musiker oder Schriftsteller. Auf jeden Fall war er auch ein exzessiver Lebenskünstler, der Werk und Leben gleichermaßen inszenierte. Zu Recht verweisen die Kuratoren der Berliner Schau darauf, dass Persönlichkeit und Kunst im Fall Kippenberger nicht zu trennen sind.

Anspruch der Ausstellungsmacher war es, den ganzen Kosmos dieses Schaffens darzustellen. Rund 300 Werke haben sie im Hamburger Bahnhof in Berlin versammelt: Gemälde, Zeichnungen, Installationen und Fotos, aber auch Bücher, Plattencover und Filme.

Ganzer Kosmos des Schaffens

Der Titel der Ausstellung "sehr gut / very good" bezieht sich auf eine Reihe weißer Bilder. Eingelassen in eine weiße Wand verschmelzen sie zu einer puristischen Installation, die im Kontext des sonst so motivreichen Werkes erstaunt.

Bei genauerem Hinsehen sind diese Bilder in Kinderschrift mit der Note "sehr gut" versehen – eine ironische Selbstbeurteilung, die Kippenberger auch als Titel für eine seiner Publikationen verwandte.

Alles in Frage zu stellen war eine Strategie, die Kippenberger nicht nur auf die Kunstkritik und den Kunstbetrieb anwandte. Kritisch, oder zumindest ironisch, hinterfragte er auch die Rolle des Künstlers oder die Authentizität ihrer Werke. Dabei ging er so weit, großformatige Bilder bei einem Plakatmaler in Auftrag zu geben – und das ganz öffentlich.

Ein anarchischer Geist

Martin Kippenberger, Paris Bar, Acryl auf Leinwand, 259 x 360 cm, François Pinault FoundationBild vergrößern Paris Bar: Gemälde gegen Essen und Trinken Foto: Estate Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln

Martin Kippenberger hat zwischen 1978 und 1981 in Berlin gelebt. Hier entwickelte er wichtige Themen seines künstlerischen Kosmos. Hier managte er kurzfristig nicht nur den legendären Punk-Club "SO 36", hier betrieb er auch ein eigenes Dienstleistungsbüro und trat als Musiker und Schauspieler auf. Legendär sind die Abende in der Paris-Bar, wo er Essen und Trinken gegen Gemälde tauschte.

Am 25. Februar wäre Martin Kippenberger 60 Jahre alt geworden. Anlass für die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, diesem facettenreichen Künstler eine umfassende Werkschau zu widmen.

Zurückgreifen konnten die Ausstellungsmacher dabei auf Werke aus der Friedrich Christian Flick Collection, die als Dauerleihgaben im Hamburger Bahnhof zu sehen sind. Außerdem sind Arbeiten aus dem Nachlass des Künstlers und weitere Leihgaben aus Privatbesitz zu sehen.

Die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – in Berlin sammelt und präsentiert Werke von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Damit gehört der Hamburger Bahnhof zu den bedeutendsten Museen für zeitgenössische Kunst weltweit. Als Teil der Staatlichen Museen zu Berlin wird auch das Museum für Gegenwart von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwaltet. Die Stiftung wird vom Bund und von den Bundesländern finanziert. Dabei trägt der Bund drei Viertel der laufenden Betriebskosten und in vollem Umfang die Kosten für die Bauinvestitionen.