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Donnerstag, 21. Februar 2013

Neue Bildungsministerin

Wanka: Gelungenes fortsetzen

Bundesministerin Johanna Wanka hat die großen Linien ihrer kommenden Amtszeit vorgestellt. Nicht, ohne ausdrücklich die Leistungen ihrer Vorgängerin anzuerkennen. Annette Schavan habe sich in Zeiten der Haushaltskonsolidierung dafür stark gemacht, mehr Geld in Bildung zu investieren.

Die neue Bildungsministerin Johanna Wanka in der Bundespressekonferenz Wanka sieht Aufgabenschwerpunkte in der Lehrerbildung und der Fortführung des Hochschulpakts Foto: Bundesregierung/Denzel

Für den Rest der Legislaturperiode nannte Wanka drei große Herausforderungen:

Hochschulpakt fortführen

Erstens wolle sie konsequent den Hochschulpakt fortführen. Bund und Länder haben 2006 vereinbart, bis 2020 mit zusätzlichen Mitteln die Studienmöglichkeiten auszubauen. Das sei wichtig angesichts der Tatsache, dass über 50 Prozent eines Altersjahrgangs ein Studium aufnehmen würden. Wanka wünscht sich von Länderseite mehr Transparenz in der Kofinanzierung.

Lehrerausbildung praxisnäher machen

Zweitens liegt Wanka die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" sehr am Herzen. Die Bundesregierung stellt dafür 500 Millionen Euro bereit. Die Ausbildung soll praxisnäher, Studierende sollen intensiver betreut werden. Es geht dabei auch um gegenseitige Anerkennung der Studienabschlüsse der Länder untereinander. Hier will Wanka für Rechtssicherheit sorgen - soweit es ihn ihrer Macht steht.

Stärkere Zusammenarbeit von Bund und Ländern

Drittens geht es darum, auch langfristige Hochschul- und Wissenschaftsförderung möglich zu machen. Ausschlaggebend dabei ist Artikel 91 b des Grundgesetzes, der verändert werden müsste. Der Bund hat dafür einen Vorschlag vorgelegt. Wanka wirbt für eine Lösung im Sinne der Kooperation von Bund und Ländern.

Bildungsgerechtigkeit und Energieforschung befördern

Einen Schwerpunkt sieht die neue Bundesministerin auch in der Bildungsgerechtigkeit. Viel sei schon erreicht worden: Die hohen Abbrecherquoten von Berufsschülern sind kontinuierlich zurückgegangen.

Erleichtern möchte Wanka den Übergang von einer beruflichen in eine akademische Bildung und umgekehrt. Für Studienabbrecher müsse es leicht möglich sein, eine fachberufliche Laufbahn einzuschlagen. Dafür könnten bestimmte Leistungen aus dem Studium anerkannt werden.

Eine wichtige Rolle ordnet Wanka der Forschung in Bezug auf die Energiewende zu. Viele wissenschaftliche Fragen müssten im Zuge der Energiewende beantwortet werden. Wanka will eine schnelle und starke Rückkopplung zwischen dem, was in der Praxis benötigt, und dem, woran geforscht wird. Der Bund habe dafür ein Energieforschungsprogramm in Höhe von 3,5 Milliarden Euro aufgelegt.

Forschen, um großen Volkskrankheiten vorzubeugen

Bei der Erforschung der großen Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Diabetes möchte die Bundesministerin einen Impuls setzen. Forschungsergebnisse, wie diese Krankheiten vor allem zu vermeiden sind, sollen schnell beim Patienten ankommen.

Frauen in Wissenschaft und Forschung fördern

"Wir brauchen eine qualitative Frauenförderung im akademischen Bereich", sagt Wanka. Für sie als Wissenschaftlerin aus der DDR sei Frauenförderung früher nur ein Schlagwort gewesen.

Ihre Meinung habe sich im Laufe der Jahre gewandelt. Sie habe festgestellt, dass es für Frauen in der Wissenschaft durchaus eine "gläserne Decke" gebe. In der nächsten Zeit will Wanka schauen, wie mehr Dynamik in das Thema komme. Auf alle Fälle soll das Professorinnen-Programm fortgeführt werden.