Donnerstag, 31. Januar 2013
Arbeitsmarkt
Erwerbstätigkeit steigt weiter
Im Dezember 2012 waren 41,8 Millionen Menschen erwerbstätig. Die Arbeitslosenquote ist im Januar auf 7,4 Prozent gestiegen - saisonbereinigt ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat aber gesunken.
Maschinenbauer sind besonders gefragt
Foto: picture alliance / dpa
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht die Daten vom Arbeitsmarkt nach der Saisonbereinigung "im üblichen Rahmen". Spürbar sei der saisonale Einfluss kälterer Temperaturen. Bau- oder Gartenarbeiten sind bei solchem Wetter kaum noch möglich.
Da der Arbeitsmarkt sich in einem fragilen europäischen Umfeld bewege, benötige er weiterhin große Aufmerksamkeit. Doch "die Unternehmen steuern besonnen durch die Eurokrise", lobt von der Leyen. Wenn es keine Schocks am Arbeitsmarkt gebe, "dürfen wir 2013 mit einer spürbaren Erholung rechnen". Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vorjahresvergleich zugenommen.
Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin hoch
Das Statistische Bundesamt hat für Dezember 2012 errechnet, dass 291.000 Menschen mehr in Arbeit sind als vor einem Jahr. Insgesamt waren 41,8 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig, 0,7 Prozent mehr als im Dezember 2011. Gegenüber November 2012 hat die Beschäftigung im Dezember um 22.000 Personen zugenommen.
Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit errechnete im November einen Anstieg um 365.000 auf 29,39 Millionen Personen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst - außer im Saarland und in Sachsen-Anhalt - in allen Bundesländern und in den meisten Branchen. Jobs gab es vor allem bei den Wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen. Dagegen ist in der Zeitarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen zurückgegangen.
Von der Leyen konstatiert, dass sich die Grundhaltung der Wirtschaft vollständig geändert habe. Die Unternehmen hätten erkannt, dass betriebsinterne Flexibilität besser als "hire and fire" seien. Bei Abkühlung der Konjunktur versuchen sie, die Mitarbeiter mit ihrem Wissen in den Unternehmen zu halten. Ebenso sei viel passiert, wenn es um bessere Bedingungen für Frauen und Ältere am Arbeitsmarkt gehe.
Besonders gesucht sind zurzeit Fachleute in den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau, Verkehr und Logistik sowie Verkauf und Gesundheit. Im Januar waren 405.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet.
Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosenzahl
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Die Arbeitslosenzahl im Januar
Foto: Bundesregierung
Im Januar hatte der Winter den Arbeitsmarkt im Griff: Die Arbeitslosenzahl ist auf 3.138.000 Menschen gestiegen. Gegenüber Dezember 2012 waren das 298.000 mehr Arbeitslose. Entsprechend ist die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozentpunkte auf 7,4 Prozent gestiegen.
Tatsächlich nahm die Arbeitslosigkeit in diesem Winter aber weniger zu als es sonst üblich ist. Saisonbereinigt lag die Arbeitslosenzahl um 16.000 niedriger als im Vormonat.
Die Chancen, den Bezug von Arbeitslosengeld durch eine Arbeitsaufnahme zu beenden sind weiterhin gut.
"Die ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben auf dem Arbeitsmarkt nur wenige Spuren hinterlassen. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit hat rein saisonale Gründe", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, in Nürnberg.
Weniger Menschen in der Grundsicherung
Insgesamt bezogen im Januar 4.375.000 Menschen Leistungen aus der Grundsicherung. Das waren 94.000 Personen weniger als im Januar 2012.
Ein Großteil der Arbeitslosengeld II-Bezieher ist nicht arbeitslos gemeldet. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Knapp ein Drittel der Bezieher ist erwerbstätig. Das erzielte Einkommen variiert jedoch und muss aufgestockt werden. Andere sind nicht arbeitssuchend gemeldet, weil sie zum Beispiel kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Schule oder Ausbildung befinden. Gut acht Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter sind hilfebedürftig und können nicht arbeiten.
In der Grundsicherung waren 2.017.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 56.000 weniger als im Vorjahr.
In den zwölf Monaten von Oktober 2011 bis September 2012 ist es 1,94 Millionen Beziehern von Arbeitslosengeld II gelungen, ihre Hilfebedürftigkeit – zumindest vorübergehend - zu beenden.
