Dienstag, 29. Januar 2013
Kongress Männergesundheit
Riskanter leben, früher sterben
Jung, dynamisch, leistungsfähig. Dieses Bild haben viele Männer von sich selbst. Sie haben aber eine um fünf Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen. Die Ursachen liegen im Lebenswandel.
Männer nehmen weniger häufig an präventiven Untersuchungen teil
Foto: Burkhard Peter
Männer gehen erst zum Arzt, wenn es zu spät ist. So lautet ein Klischee. Experten, die auf dem Gebiet der "Männergesundheit" forschen, warnen an dieser Stelle vor Verallgemeinerungen. Richtig ist aber, dass Männer anders mit Gesundheit umgehen, als Frauen.
Körperliche Fitness spielt große Rolle
Gerade junge Männer haben einen riskanteren Lebenswandel, häufiger Verletzungen und Unfälle. Männer trinken mehr Alkohol, essen ungesünder. Krank sein heißt für sie, körperliche Gebrechen zu haben. Psychische Erkrankungen gestehen sie sich nicht so häufig ein, wie Frauen es tun. Körperliche Fitness spielt für sie eine große Rolle.
Dreiviertel aller Männer bezeichnen ihren eigenen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Diese Selbsteinschätzung führt auch dazu, dass sie weniger häufig an präventiven Untersuchungen teilnehmen.
Funktionierende Partnerschaft ist gesund
Auf dem ersten Männergesundheitskongress der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin wurden diese Unterschiede und ihre Auswirkung diskutiert.
Wichtig sei nicht nur, allgemein zu definieren, was speziell Gesundheit von Männern ausmacht. Innerhalb der Gruppe der Männer haben Alter, soziales Umfeld und das Bildungsniveau Einfluss auf das Verhalten, so Experten. Eine funktionierende Partnerschaft wirke sich positiv auf die Gesundheit aus. Arbeitslosigkeit kratze hingegen am Selbstbild, der Ernährer der Familie zu sein, und habe somit negativen Einfluss.
Über das Internet lassen sich viele Männer erreichen
Um Männer zu einem gesünderen Leben zu bewegen, muss man sie auf die richtige Art und am richtigen Ort ansprechen. Der Arbeitsplatz bietet gute Möglichkeiten, auch diejenigen zu erreichen, die sich sonst wenig Gedanken um ihre Gesundheit machen.
80 Prozent der Männer surfen im Internet. Auch hier liegen also gute Chancen, viele Männer zu erreichen. Mit der Seite www.maennergesundheit.de hat die BZgA ein umfangreiches Portal ins Leben gerufen. Hier finden Männer viele Informationen zu Themen wie Fitness, Ernährung und Früherkennung.
