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Montag, 28. Januar 2013

EU-Arbeitsmarkt

Europäischer Pakt gegen Jugendarbeitslosigkeit

Praxisnähe, Passgenauigkeit, Lebenschancen. Auf der "Europäischen Konferenz zur Reduzierung von Jugendarbeitslosigkeit" forderte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen: "Europa muss Chancen bedeuten!" Vertreter aus zehn EU-Staaten nahmen teil.

Auszubildender arbeitet an einer Maschine Junge Menschen sind die besten Botschafter für eine europäische Vision Foto: Ute Grabowsky/photothek.net

7,5 Millionen junge Menschen sind derzeit in der EU arbeitslos gemeldet. Dabei suchen Unternehmen in Deutschland teilweise händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern.

"Perspektive heißt immer: gebraucht werden", unterstrich die Bundesarbeitsministerin. Sie forderte die Delegationen der europäischen Arbeitsverwaltungen auf, sich beim Thema Jugendarbeitslosigkeit stärker zu vernetzen.

Duales Ausbildungssystem kann Vorbild sein

Das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, verwies auf Deutschlands bewährtes duales Ausbildungssystem. Es könne Vorbild sein für Europa. Die innereuropäische Mobilität von Jugendlichen müsse durch Projekte konkret werden.

EU-Kommission hat Jugendgarantie angestoßen

Koos Richelle, Generaldirektor der EU-Kommission für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit, unterstrich, dass die Kommission die Jugendgarantie-Programme in der EU angestoßen habe. Diese sollen dafür sorgen, dass Jugendlichen nach höchstens vier Monaten Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung, Lehrstelle oder Weiterbildung angeboten wird.

Bislang arbeiteten nur 2,8 Prozent der Beschäftigten in der EU im Ausland, so Richelle weiter. Er forderte einen Wissenstransfer der Arbeitsagenturen untereinander, neue Denkansätze und die intelligente Nutzung der EU-Mittel.

Frage des Lebensunterhalts existenziell

Fachkräfte seien die Basis für Wachstum und Innovation, so von der Leyen. Es sei an der Zeit, die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen EU-Länder mittelfristig einander anzugleichen.

Die Frage des Lebensunterhalts sei gerade für die junge Generation existenziell. Vor allem in der Phase der Familiengründung,  aber auch bei der Alterssicherung gelte es, dies im Blick zu halten.

Arbeitsmärkte stärker analysieren

In Deutschland gibt es 340 Ausbildungsberufe. Die nationalen Arbeitsvermittlungen sind nun aufgefordert, länderübergreifend junge Menschen mit Arbeitgebern zusammenzubringen. Stärken und Schwächen der einzelnen Arbeitsmärkte müssen stärker analysiert werden. Das bestehende Netzwerk für Arbeitsvermittlung "Eures" ist um eine Ausbildungsplattform erweitert worden.

"Lasst uns diese Themen europäisch denken", so von der Leyen. "Freizügigkeit ist eines der kostbarsten Güter Europas!" Die größte Hürde für junge Menschen sei die Sprachbarriere. Daher wolle die Bundesregierung gezielt arbeitsuchende Jugendliche mit Sprachkursen fördern. Junge Menschen seien die "besten Botschafter für eine europäische Vision", so die Ministerin.

Internetplattform vorgestellt

Von der Leyen stellte eine Internetplattform vor. Dort können sich Jugendliche über die Programme informieren. Für Sprachkurse im Heimat- und Gastgeberland sowie Reise- und Bewerbungskosten werden für 2013 Mittel in Höhe von 140 Millionen Euro bereitgestellt. 40 Unternehmen aus 40 Berufen sind bereits Partner der Bundesinitiative. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für das laufende Jahr mit einigen Hundert Bewerbern. Vor allem aus Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland und Irland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuletzt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine stärkere Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa angemahnt. "Wer immer seinen kleinen Beitrag leisten kann, dass junge Menschen eine Perspektive haben, der ist herzlich eingeladen."