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Montag, 28. Januar 2013

Internationale Grüne Woche

Lecker Essen und innovative Ideen

Rund 407.000 Besucherinnen und Besucher haben dieses Jahr die Grüne Woche in Berlin besucht. 1.630 Austeller aus 67 Ländern sowie 80 Agrarminister aus aller Welt kamen und bescherten der Messe ihre bislang höchste internationale Beteiligung.

Niederländerinnen auf der Grünen Woche Die Niederlande waren Partnerland der Grünen Woche 2013 Foto: Messe Berlin

Angela Merkel besuchte die Grüne Woche zum ersten Mal als Bundeskanzlerin. Sie würdigte die Leistungen der Land- und Ernährungswirtschaft in dieser technikorientierten Zeit. Hier könne man sehen, wie Lebensmittel entstehen, so die Bundeskanzlerin.

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Messe für kritische Fragen, aber auch zum ausgiebigen Probieren.

Austausch über Qualität und Nachhaltigkeit

Während der Grünen Woche fand der 5. Internationale Agrarministergipfel statt. Die 80 teilnehmenden Länder bekannten sich zum entschlossenen Kampf gegen den weltweiten Hunger.

Die Gipfelteilnehmerinnen und -teilnehmer forderten, nachhaltige Investitionen für die Land- und Ernährungswirtschaft der Entwicklungsländer zu steigern. Nahrungsmittel müssten dort produziert werden, wo man sie braucht.

Anerkennung für innovative Ideen

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner würdigte auf der Messe Innovationen. Sie zeichnete vier Bauherren als Gewinner des Bundeswettbewerbs "HolzbauPlus" aus.

Der Bundeswettbewerb umfasst alle Aspekte des Bauens mit nachwachsenden Rohstoffen. Er zeigt den Einsatz von Holz in der Konstruktion, alternative Dämm- und Ausbaustoffe sowie Naturfarben. Zudem gibt er Anregungen für Fassaden- und Innenraumgestaltungen.

Die Preisträger in den vier Kategorien:

  • Öffentliches Bauen: Der Kindergarten der Gemeinde Uttenreuth (Bayern) zeugt von einem kostenbewussten Baustandard mit hohen optischen, akustischen und greifbaren Qualitäten.
  • Gewerbliches Bauen: Das Verwaltungsgebäude der Scheiffele-Schmiederer KG in Philippsburg (Baden-Württemberg) zeigt die Qualität und Vielfältigkeit eines modernen Holzbaus.
  • Wohnungsbau Neubau: Mitten in Berlin steht das Wohnungsbauprojekt der Baugemeinschaft 3XGRÜN. Der fünfgeschossige Bau zeigt einen interessanten Weg, nachhaltige Baustoffe und attraktives, urbanes Wohnen miteinander zu verbinden.
  • Wohnungsbau Sanierung: Ein Mietwohnungsblock der Augsburger Wohnungsbaugesellschaft bekam eine zweite Hülle: Dadurch konnte der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden.

Förderpreis ökologischer Landbau 2013

Auch übergab Aigner den Förderpreis Ökologischer Landbau 2013 an drei besonders innovative, biologisch wirtschaftende Unternehmen. Der ökologische Landbau schafft und erhält Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sowie in ländlichen Regionen. Seine Produkte und Dienstleistungen werden von den Verbraucherinnen und Verbrauchern immer mehr nachgefragt.

"Ich freue mich, dass der ökologische Landbau ständig neue Lösungen und innovative Konzepte entwickelt, von denen die gesamte Branche profitiert", erklärte Aigner bei der Preisverleihung. Die drei Preisträger überzeugten durch selbstentwickelte Verfahren, einen starken Bezug zur Region und besonders klima- und ressourcenschonendes Wirtschaften.

51 Betriebe hatten sich um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2013 beworben. Der Förderpreis wird seit 2001 an landwirtschaftliche Betriebe vergeben.

Preise für Wein, Bio und Bienen

Das Weingut Wilhelm Zähringer in Heitersheim in Baden-Württemberg belegte den ersten Platz. In Zusammenarbeit mit der Wissenschaft hat es praxisnahe Begrünungs- und Düngesysteme für den ökologischen Weinbau erarbeitet. Ferner ein nachhaltiges Konzept, mit dem der Kupfereinsatz minimiert werden kann. Zudem hat der Betrieb als erstes deutsches Weingut eine umfassende CO2Bilanzierung vorgenommen. Als Konsequenz daraus investierte er in besonders klimaschonende Verpackungen.

Den zweiten Preis erhielt der Pappelhof Wollinsky und Preuß in Reichelsheim in Hessen. Der Pappelhof hat in Kooperation mit dem Vermarkter Querbeet die regionalen Strukturen des Ökolandbaus herausragend gestärkt. Die Gemeinschaft ist inzwischen der führende Anbieter regional erzeugter Biolebensmittel im Rhein-Main-Gebiet. Darüber hinaus hat er ein wegweisendes Energiekonzept, das ihn nahezu unabhängig von externen Versorgern macht.

Der dritte Preis ging an die Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle in Rosenfeld in Baden-Württemberg. Der Betrieb trägt maßgeblich zu einer nachhaltigen Bienenwirtschaft in Deutschland bei. Er hat unter anderem zahlreiche wegweisende Innovationen rund um die ökologische Bienenhaltung und die Bekämpfung der Varroa-Milbe erarbeitet.

Neue Regionalkennzeichnung für Lebensmittel

Die Landwirtschaftsministerin stellte zudem das "Regionalfenster" für Lebensmittel vor. "Immer mehr Verbraucher achten beim Einkauf auf regionale Produkte. Um so wichtiger ist es, dass regionale Produkte verlässlich und transparent gekennzeichnet sind", so Aigner zum Start der Testphase.

Bis April 2013 sind rund 150 neu gekennzeichnete Produkte in Testmärkten in Baden-Württemberg, Berlin/Brandenburg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen erhältlich. Damit kann der Verbraucher auf den ersten Blick erkennen, wo das Produkt hergestellt wurde und dass die Hauptzutaten zu 100 Prozent aus der jeweiligen Gegend stammen.