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Donnerstag, 24. Januar 2013

50 Jahre Deutsche Kinemathek

Gedächtnis des deutschen Films

Seit 50 Jahren sammelt die Deutsche Kinemathek alles zum Thema Film: von Drehbüchern, Filmkopien und Fotos bis zu Requisiten, Kostümen und Dekorationen. Ein Fundus, der nicht nur Filmfans, sondern auch Forscher fasziniert.

Blick in die ständige Ausstellung der Deutschen Kinemathek zum Thema Film Die ganze Welt des Kinos unter einem Dach Foto: Deutsche Kinemathek

In fünf Jahrzehnten hat sich die Deutsche Kinemathek zu einem der bedeutendsten Filmarchive entwickelt. Heute besitzt sie etwa 13.000 Filme, 21.000 Plakate, 25.000 Drehbücher und mehr als eine Million Fotos. Dazu kommen Projektoren und Kameras sowie Dekorationsentwürfe und Architekturmodelle.

Das ist das Ergebnis einer weltweiten Sammeltätigkeit, die nicht erst mit der Gründung der Kinemathek im Jahr 1963 begann. Grundstock war die Sammlung des Regisseurs und ersten Kinemathek-Direktors Gerhard Lamprecht, die der Westberliner Senat 1963 ankaufte.

Vom Blauen Engel bis James Bond

Der Bestand wurde in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erweitert. 1993 kam der Nachlass von Marlene Dietrich dazu: ein filmhistorischer Schatz mit 440 Paar Schuhen, 50 Handtaschen und über tausend Textilien.

In den Jahren danach konnte sich die Kinemathek über weitere Neuerwerbungen freuen: zum Beispiel über das Produktionsarchiv des Regisseurs Werner Herzog oder die Sammlung von Sir Ken Adam. Der Filmarchitekt war unter anderem "Production Designer" der James-Bond-Filme.

Filmgeschichte neu erzählt

Jahrelang war die Deutsche Kinemathek ein Museum ohne Ausstellung. Seit ihrem Umzug an den Potsdamer Platz im Jahr 2000 kann sie endlich zumindest einen Teil ihrer Sammlungen präsentieren. Seitdem lädt dort die ständige Ausstellung zu einem Rundgang durch die deutsche Filmgeschichte ein. Auch die Geschichte des Fernsehens wird dargestellt. Ihr widmet sich das Museum seit 2006 in einem eigenen Bereich.

Sonderausstellungen wie die zu Romy Schneider, Ingmar Bergman oder zum Filmklassiker "Metropolis" ergänzen das Programm. Seit 10. Januar zeigt die Kinemathek die weltweit erste Ausstellung zu Martin Scorsese, Regisseur so berühmter Filme wie "Taxidriver" oder "Aviator".

Durch ihre Publikationen hat sich die Kinemathek auch als Forschungsinstitut profiliert. Einige von ihnen gehören heute zu Standardwerken der Filmwissenschaft.

Filme für die Zukunft sichern

Heute steht die Kinemathek vor neuen Herausforderungen: Historisches Filmmaterial muss dringend digitalisiert werden, da Filmrollen in modernen Kinos nicht mehr abgespielt werden können. Nur so kann dieses Filmerbe auch für kommende Generationen gesichert werden. Finanziell unterstützt wird die Kinemathek dabei vom Bund: Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive erhält sie 200.000 Euro aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers.

Die Stiftung Deutsche Kinemathek in Berlin dokumentiert, erforscht und vermittelt die Geschichte von Film und Fernsehen. Seit 2004 wird die Stiftung aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers institutionell gefördert. Im Jahr 2013 stehen dafür 7,5 Millionen Euro zur Verfügung.