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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Bildung

Hochschulstandort Deutschland: 2,5 Millionen Studierende

Die Zahl der Studierenden in Deutschland erreicht Rekordniveau. Die Hochschulreformen des Bologna-Prozesses haben großen Anteil daran.

Von 2001 bis 2011 nahm die Zahl der Studierenden um 27 Prozent zu. Sie stieg um 600.000 auf 2,4 Millionen. "Nach vorläufigen Daten hat sich die Zahl der Studenten zum Wintersemester 2012/2013 weiter auf 2,5 Millionen erhöht." Dies sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, in Berlin.

Die Zahl der Studienberechtigten stieg von 2001 bis 2011 um 47 Prozent auf 506.500. "Zum einen zeigt sich in den letzten Jahren ein Trend zur Höherqualifizierung", so Egeler. Immer mehr Eltern entschieden sich für ein Gymnasium als weiterführende Schule für ihre Kinder. Immer mehr junge Menschen hätten  an einer anderen allgemeinbildenden oder beruflichen Schule eine Berechtigung zum Studieren erworben.

Bachelor und Master

Damit beginnen die 1999 in Bologna beschlossenen Hochschulreformen Früchte zu tragen.

Ziel des Bologna-Prozesses ist es, international vergleichbare Abschlüsse zu schaffen und die Studienzeit zu verkürzen. Mobilität und Beschäftigungsfähigkeit sollten damit gefördert werden.

Das augenfälligste Ergebnis des Bologna-Prozesses in Deutschland ist die Umstellung der Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem.

Im Wintersemester 2011/2012 waren rund 85 Prozent aller Studiengänge bereits auf die neue Studienstruktur umgestellt. An den Fachhochschulen ist die Umstellung schon so gut wie abgeschlossen. Der Großteil der nicht umgestellten Studiengänge führt zu staatlichen bzw. kirchlichen Abschlüssen.

Nur noch rund zehn Prozent der Studienanfängerinnen und –anfänger strebten einen „klassischen“ Universitätsabschluss an. 62 Prozent begannen 2011 ein Bachelor-Studium.

2011 erwarben 39 Prozent der Absolventen und Absolventinnen ihren Hochschulabschluss in der Regelstudienzeit. Der Anteil der Abschlüsse, die innerhalb der Regelstudienzeit erreicht wurde, lag mit 53 Prozent beim Bachelorabschluss am höchsten. 

Bologna macht mobil

Durch die Vereinheitlichung der Abschlüsse sind die Studierenden mobiler geworden. Die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland hat sich seit 2001verdoppelt. Während 2001 gerade einmal 53.300 Deutsche den Schritt über die Grenze wagten, waren es 2010 nach ersten vorläufigen Zahlen 126.000.

An deutschen Hochschulen waren 192.900 ausländische Studierende im Studienjahr 2011 immatrikuliert.

Die Einrichtung von Bachelor- und Master-Studiengängen in Deutschland ist Ergebnis des Bologna-Prozesses zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums. Der Bologna-Prozess verfolgt drei Hauptziele: Mobilität bei den Studierenden fördern, sie international wettbewerbs- und beschäftigungsfähiger zu machen.
Inzwischen sind 47 europäische Staaten am Bologna-Prozess beteiligt. Auf den alle zwei Jahre stattfindenden Ministertreffen (2001 in Prag, 2003 in Berlin, 2005 in Bergen, 2007 in London, 2009 in Leuven) legen sie offiziell fest, welche Ziele im Bologna-Prozess erreicht werden sollen.