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Donnerstag, 8. November 2012

Mauerfall

"Sofort! Unverzüglich!"

Viele werden sich am 9. November wieder an die Worte "Sofort! Unverzüglich!" von SED-Politbüromitglied Günter Schabowski erinnern. Es war die Antwort auf die Frage, wann für die Menschen in der DDR eine neue Reiseregelung gilt. Die Antwort löste den Sturm auf die Berliner Grenzübergänge aus.

Besucher am  früheren Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße am 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9.11.2009 beim "Fest der Freiheit" "Fest der Freiheit" am 9. 11.2009: Besucher am früheren Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße Foto: Bundesregierung/Bergmann

Dieser Ansturm brachte die Mauer zu Fall. Die wenigsten hatten damit gerechnet, dass dieses menschenverachtende Bauwerk so bald Geschichte sein würde. Die Behörden schauten machtlos zu.

Die Mauer war offen: 28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage nach ihrem Bau. Mit dem Fall der Mauer wurde die gesamte innerdeutsche Grenze wieder durchlässig. Der Weg zur Deutschen Einheit war geebnet.

Deutschland wächst zusammen

Zwei Jahrzehnte später haben sich die Lebensverhältnisse in Ost und West angeglichen. Das belegt der diesjährige Bericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit.

Die neuen Länder haben sich in den vergangenen Jahren trotz der Finanzkrise mit einem stabilen Wirtschaftswachstum behauptet. Die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken und hat im Sommer 2012 den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Dennoch macht der Bericht deutlich: Es gilt weiter daran zu arbeiten, dass die wirtschaftlichen Unterschiede überbrückt werden. Finanzielle Grundlage für den Aufbau Ost bildet noch bis 2019 der Solidarpakt II. Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds werden nach 2013 wegen der guten wirtschaftlichen Entwicklung nicht mehr in die neuen Länder fließen. Die Bundesregierung arbeitet jedoch eng mit ihnen an einer angemessenen Anschlussregelung.

Gedenken an ein historisches Datum

Der 9. November steht nicht nur für die Freude über den Mauerfall. Der 9. November ist auch mit der Erinnerung an Angst und Schrecken, an das schlimmste Verbrechen verbunden, das in deutschem Namen begangen worden ist: mit der Erinnerung an die Reichspogromnacht und die Judenverfolgung im "Dritten Reich".

Die Bundesregierung unterstützt und fördert das Gedenken an beide Ereignisse. Ihre zeitliche Reihenfolge dürfen heutige und kommende Generationen als Ermutigung betrachten.