Montag, 29. Oktober 2012
Europäisches Förderprogramm
Kanada mitten in Hannover
Die Erlebniswelt "Yukon Bay" im Zoo Hannover ist einzigartig: Die Alaska-Landschaft, in der sich mehr als 100 Tiere bewundern lassen, ist der Tourismusmagnet der Region. Unterstützt wurde der Bau mit rund sieben Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.
Mit EFRE-Mitteln gefördert: die Alaska-Landschaft im Zoo Hannover
Foto: Zoo Hannover
Der Eisbär taucht gemächlich unter Wasser, macht eine Drehung und schaut plötzlich in die erstaunten Gesichter zwei kleiner Mädchen. "Der guckt uns ja richtig an", ruft eines der Mädchen. Die Beiden stehen hinter der Glasscheibe der Unterwasserwelt und sind nur wenige Zentimeter von dem Eisbären namens Nanuq entfernt.
Szenen wie diese ereignen sich wahrscheinlich täglich in "Yukon Bay", der neusten Themenwelt des Hannoveraner Zoos. Sie verdankt ihren Namen dem Yukon Territorium im Nordwesten Kanadas. Der Bau der riesigen Alaska-Landschaft hat rund 35 Millionen Euro gekostet. Davon stammen sieben Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). "Ohne Förderung der EU hätten wir das Projekt nicht realisieren können", berichtet Zoodirektor Frank Werner.
Vom Stadtpark-Zoo zur Erlebniswelt
Bereits in den 90er Jahren war die Entscheidung gefallen, den Stadtpark-Zoo in einen Erlebniszoo umzubauen. Die Planung der "Yukon Bay", der letzten der sieben Erlebniswelten, begann im Jahr 2000. "Das Yukon Territorium in Kanada erschien uns als perfektes Vorbild. Es ist so landschaftlich abwechslungsreich und beherbergt viele verschiedene Tiere", sagt Zoo-Sprecherin Simone Hagenmeyer.
Dennoch vergingen bis zum Baubeginn acht Jahre, da erst die Finanzierung des Projekts geklärt werden musste. "Als wir wussten, dass wir die Fördergelder aus dem EFRE erhalten, konnte es losgehen", erinnert sich der Zoodirektor.
Tourismusmagnet in der Region
Die Eröffnung von "Yukon Bay" im Mai 2010 war ein voller Erfolg. Seitdem kommen die Besucher in Scharen, um zwischen dem nachgebauten Hafenbecken und felsigen Landschaften Eismeer-Tiere, aber auch Wölfe, Bisons und Präriehunde zu bewundern.
Damit ist das Ziel erreicht worden: Der Zoo ist zum Tourismusmagneten worden. "Die Besucherzahlen haben sich mehr als verdoppelt seit dem Beginn des Umbaus", bestätigt Werner.
Mehr als 40 neue Arbeitsplätze wurden durch "Yukon Bay" allein im Zoo geschaffen. Und auch die gesamte Tourismusbranche des Raumes Hannover hat profitiert.
Das hat den Zoo zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in der Region Hannover gemacht. Für den Zoodirektor ist das Zusammenspiel aus Tiererlebnis, Hafenatmosphäre und Goldgräberstimmung der Erfolgsgrund. "Dank der EFRE-Gelder konnten wir 'Yukon Bay' liebevoll gestalten und großflächig anlegen. So wirkt das Ganze nicht wie ein Zoogehege, sondern wie der natürliche Lebensraum der Tiere - diese Thematisierung kommt bei unseren Besuchern sehr gut an."
