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Dienstag, 23. Oktober 2012

Europäisches Förderprogramm

Hochtechnologie im Dreiländereck

Durch die Initiative "Top-Technologie-Region" hat sich eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen deutschen, belgischen und niederländischen Unternehmen entwickelt. Das Projekt des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung steigert das wirtschaftliche Potenzial aller Partner.

Forscher an der Universität in Aachen EFRE unterstützt die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Region Aachen Foto: 4JET Technologies GmbH

In der Universitätsstadt Aachen haben Forschung und Innovation eine lange Tradition. An den Hochschulen und in den kleinen und mittelständischen Unternehmen werden neue Technologien entwickelt und erforscht. Doch die Lage Aachens außerhalb der Metropolregionen machte es schwierig für die Betriebe, grenzüberschreitend Kunden zu gewinnen. Die Situation für die angrenzenden Technologiezentren Eindhoven in den Niederlanden und Leuven in Belgien war ähnlich: Viele Ideen für Innovationen, aber keine Vernetzung mit den Unternehmen auf der anderen Seite der Grenze.

Der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) hat dieses Problem gelöst: Das Projekt "Top-Technologie-Region" hat das Ziel, die Zusammenarbeit im Technologie-Bereich zu fördern und die Potenziale der europäischen Region (Euregio) Maas-Rhein zu entwickeln. Dafür stellt der EU-Fonds rund fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Drei Länder, sieben Regionen - ein Projekt

"Es hat viele ungenutzte Möglichkeiten für Kooperationen und Neugeschäfte gegeben", sagt Ralf Meyer, Projektleiter von der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT). Das hat auch eine Studie bestätigt. Besonders die Bereiche Energie und Kommunikationstechnologien seien vielversprechend: "Wir wollen das hervorragende Potenzial der Grenzregion nutzen."

Die Teilnehmer des Projekts kommen aus drei Ländern und insgesamt sieben Regionen: Neben der Region Aachen beteiligen sich Limburg und Noord-Brabant aus den Niederlanden sowie Lüttich und drei weitere belgische Partner. In Workshops und Veranstaltungen wurde ein Netzwerk zwischen den Unternehmen und Forschungseinrichtungen geknüpft.

Persönliche Berater unterstützen

"Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass Netzwerkveranstaltungen allein nicht ausreichen, um grenzübergreifende Zusammenarbeit zu stärken. Deswegen wurden den Unternehmen aus dem Hightech-Bereich persönliche Berater zur Seite gestellt", erklärt Nora Robertz von der Stadtverwaltung Aachen. Sie ist eine der fünf Innovationsberater des Projekts auf deutscher Seite und berät Unternehmen bei der grenzüberschreitenden Suche nach Geschäftspartnern. Die Berater der Euregio Maas-Rhein arbeiten zusammen, um die Angebote und Nachfragen zu ermitteln. Sie unterstützen die Unternehmen während des gesamten Prozesses von der Identifizierung einer Projektidee bis hin zur Fertigstellung.

Innovationsgutscheine für Unternehmen

Eines der Unternehmen, das Nora Robertz geschäftlich vermittelt hat, ist 4JET Technologies GmbH. Das mittelständische Unternehmen aus Alsdorf bei Aachen hat sich auf Laseranlagen spezialisiert. Auf einer Veranstaltung erfuhr der technische Leiter der Firma, Stefan Bergfeld, von dem Projekt "Top-Technologie-Region" und der Möglichkeit, einen Innovationsgutschein zu bekommen.

Mit dieser Unterstützung fand Bergfeld ein Textilunternehmen aus Belgien, das bei einem Solarprojekt kooperieren wollte. "Wir haben dann gleich beschlossen, uns zu bewerben", erinnert er sich. Als 4JET Technologies den ersten Gutschein im Wert von 5.000 Euro für eine mit dem Projekt verbundene Studie bekam, war die Freude groß. "Mit dem Geld konnten wir gemeinsam mit unserem belgischen Partner Tests zu dem Produkt machen. Daraus haben sich viele neue Ideen entwickelt."

EFRE bringt die Wirtschaft voran

Neben den kleinen Innovationsgutscheinen werden im Jahr 2013 auch noch Förderungsbeträge zwischen 100.000 und 250.000 Euro vergeben. "Diese Förderung ist für große grenzüberschreitende Projekte, die besonders viel Potenzial auf dem Markt haben", erklärt Nora Robertz. Voraussetzung für die Bewerbung ist die Zusammenarbeit von mindestens zwei Unternehmen aus den unterschiedlichen Ländern der Euregio Maas-Rhein.

Für Stefan Bergfeld ist es keine Frage, dass sich seine Firma für die Fördergelder bewerben wird. "Durch EFRE und die 'Top-Technologie-Region' haben wir erst kennengelernt, was es für tolle Geschäftspartner auf der anderen Seite der Grenze gibt." Die Kooperationen im Rahmen des Projekts, so Bergfeld, habe die Firma ein großes Stück vorangebracht.