Dienstag, 25. September 2012
Forschung
Wissenschaft und Wirtschaft forschen gemeinsam
Die Herausforderungen der Zukunft können nur gemeistert werden, wenn Wissenschaft und Wirtschaft noch besser zusammenarbeiten. Die Förderinitiative "Forschungscampus" unterstützt den Aufbau von öffentlich-privaten Partnerschaften.
Im Rahmen eines Wettbewerbs der Initiative "Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gingen 90 Bewerbungen ein. Zehn davon wurden nun als Forschungscampus ausgezeichnet.
Bundesforschungsministerin Annette Schavan gab die Gewinner bekannt. Über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren erhalten sie Fördermittel von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr.
In einem Forschungscampus schließen sich Hochschulen, Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen zusammen, um an einem Ort - zum Beispiel am Campus der beteiligten Hochschule - gemeinsam und langfristig ein anspruchsvolles Forschungsthema zu bearbeiten.
Das Modell des Forschungscampus ist ein Gewinn für Wirtschaft und Wissenschaft. Die Wirtschaft profitiert bei der Lösung komplexer und risikoreicher Themen von dem Wissen und der Infrastruktur der Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Die Wissenschaft wird durch das Know-how und durch die finanziellen Eigenbeiträge der Wirtschaft gestärkt.
Partnerschaft auf Augenhöhe
"Mit der auf einen langen Förderzeitraum angelegten Initiative bieten wir der Wirtschaft einen Anreiz, sich direkt und verbindlich in der wissenschaftlichen Forschung zu engagieren", sagte Schavan. Zudem schaffe der neue Typ von Kooperation eine langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe.
An den zehn ausgewählten Standorten wird an Zukunftsthemen wie Gesundheit, Klima und Energieversorgung, Mobilität, Produktion und Kommunikation gearbeitet.
Ein Beispiel: "Elektrische Netze der Zukunft"
Einer der zehn Gewinner ist der Forschungscampus "Elektrische Netze der Zukunft" in Aachen. Hier entwickelt sich eine Zusammenarbeit zwischen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) und mehreren marktführender Energieunternehmen. Inhalt der Zusammenarbeit ist die Erforschung von Gleichspannungsnetzen zur Stromübertragung und -verteilung. Gemeinsames Ziel ist es, die nachhaltige Energieversorgung in Deutschland sicherstellen.
