Sonntag, 9. September 2012
Denkmalschutz
Tag des offenen Denkmals 2012
Über 8.000 Denkmäler luden am diesjährigen Tag des offenen Denkmals zur Besichtigung ein. Bei der Eröffnung des Denkmaltages in Bremen bezeichnete Kulturstaatsminister Bernd Neumann den Erhalt des kulturellen Erbes als eine der bedeutendsten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben
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Am Denkmal-Tag sind sonst verschlossene Türen geöffnet
Foto: Stadtmuseum Ibbenbüren
Der Bund fördere Denkmalschutz und Denkmalpflege seit den fünfziger Jahren, erklärte Neumann in seiner Rede auf dem Marktplatz in Bremen.
2007 sei mit dem Sonderinvestitionsprogramm zum Erhalt des kulturellen Erbes in Höhe von 400 Millionen Euro das größte Denkmalschutzprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aufgelegt worden. Damit werde die Berliner Staatsoper Unter den Linden restauriert und die Klassik Stiftung Weimar sowie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam in die Lage versetzt, den teilweise bedrohlichen Investitionsstau bei der Sanierung ihrer Bauten anzugehen.
Seit 2008 würden verstärkt auch kleinere national wertvolle Denkmäler in die Förderung einbezogen. Mittlerweile seien knapp 100 Millionen Euro in die vom Haushaltsausschuss des Bundestages immer wieder neu bewilligten Denkmalschutz-Sonderprogramme geflossen, fuhr Neumann fort. Eine Summe, die von den Ländern, Kommunen und weiteren Förderern in noch einmal etwa der gleichen Höhe ergänzt werde.
Dennoch sei Denkmalpflege ohne das Engagement privater Denkmaleigentümer oder der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nicht zu verwirklichen. Der Kulturstaatsminister dankte all jenen, die sich für den Erhalt von Denkmälern einsetzen. "Sie tragen zu einer hohen Lebensqualität aller bei und leisten damit unserer Gesellschaft einen großen Dienst", sagte er.
Unter dem Motto "Holz"
Am Tag des offenen Denkmals öffneten historische Gebäude, archäologische Stätten sowie Gärten und Parks öffneten ihre Türen. Viele von ihnen sind das Jahr über verschlossen und nur am Denkmal-Tag zu besichtigen, der jedes Jahr am zweiten Sonntag im September stattfindet. Das Angebot, einmal hinter die Fassaden zu blicken, nahmen auch in diesem Jahr rund 4,5 Millionen Menschen begeistert an.
Archäologen, Denkmalpfleger und Restauratoren standen den kulturbegeisterten Besucherinnen und Besuchern auch diesmal zur Seite. In Führungen berichteten sie über die Geschichte der Denkmäler und die Herausforderungen, die bei ihrer Erhaltung entstehen.
Im Mittelpunkt des Denkmal-Tages am 9. September stand zum ersten Mal ein Baumaterial: das Holz. Ein Thema, dem sich mehr als die Hälfte aller Veranstaltungen widmete. Handwerker demonstrierten Arbeitstechniken und lenkten den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge leicht verborgen bleiben.
Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, die in 50 Ländern stattfinden. Der Aktionstag läuft seit 1993 jedes Jahr am zweiten Sonntag im September. Koordiniert wird er von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Ziel des Aktionstages ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Kulturerbes zu sensibilisieren. Außerdem soll das Interesse für die Aufgaben von Denkmalpflege und Denkmalschutz geweckt werden.
