Samstag, 1. September 2012
Deutschland/Italien
40 Jahre Deutsches Studienzentrum Venedig
In vier Jahrzehnten hat sich das Deutsche Studienzentrum in Venedig zu einem Ort der Begegnung deutscher und italienischer Wissenschaft und Kultur entwickelt. Erster Gratulant beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des "Centro" war Kulturstaatsminister Bernd Neumann.
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Palazzo Barbarigo - Sitz des Deutschen Studienzentrums
Foto: Bundesregierung/Weichert
Kultur und Geschichte der "Serenissima" haben Künstler und Wissenschaftler aus aller Welt schon immer fasziniert. Wichtigste Anlaufstelle für jene aus Deutschland ist das Deutsche Studienzentrum. 1972 wurde es im historischen Palazzo Barbarigo della Terrazza am Canal Grande eröffnet.
Mit einem Festakt feierte das "Centro" heute sein 40-jähriges Bestehen. Dabei würdigte Kulturstaatsminister Bernd Neumann das Studienzentrum als einen Ort, "an dem Wissenschaftler, Künstler, aber auch die Politik, einen Dialog führen können, um über den Respekt und die Achtung für die große Historie dieses Ortes neue Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen."
Forum des Austauschs
Dass es dem Zentrum gelungen ist, sich in das pulsierende Kunstleben der Stadt hinein zu vernetzen, begrüßte Neumann ausdrücklich. Dadurch sei es gelungen, die Arbeit des Studienzentrums einer größeren Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu bringen.
Tatsächlich hat sich das Zentrum in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Forum des Austauschs entwickelt. Seine wissenschaftlichen Tagungen und Kongresse finden ebenso Beachtung wie die zahlreichen Lesungen, Konzerte und Podiumsdiskussionen. Damit ist das Studienzentrum nicht nur aus der venezianischen Kulturszene, sondern auch aus dem internationalen Wissenschaftsbetrieb nicht mehr wegzudenken.
Forschung und Kunst unter einem Dach
Das Deutsche Studienzentrum fördert wissenschaftliche Arbeiten und Projekte zu Geschichte und Kultur Venedigs und der ehemals venezianisch verwalteten Gebiete durch die Vergabe von Stipendien. In den vergangenen Jahrzehnten waren es über 675 Stipendien, die vor allem jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Fortführung ihrer Forschungsarbeiten und -projekte ermöglichten.
Außerdem vergibt das Institut seit 1979 zweimonatige Stipendien an Künstlerinnen und Künstler der Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik (Komposition) und Architektur. Davon profitierten in den vergangenen Jahren rund 150 Kulturschaffende, deren Projekte einen Venedig-Bezug aufwiesen.
Vom Kulturstaatsminister finanziert
Untergebracht ist das Studienzentrum in einem historischen Palazzo aus dem 16. Jahrhundert. Auf zwei Etagen beherbergt es neben einer umfangreichen Bibliothek auch Studien- und Veranstaltungsräume.
Ermöglicht wurden Ankauf und Restaurierung der beiden Stockwerke von der Fritz-Thyssen-Stiftung. Sie unterstützt das Studienzentrum bis heute.
Finanziert wird das Centro aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers. Dafür sehen jedes Jahr über 490.000 Euro zur Verfügung. In diesem Jahr sind es einschließlich der Sondermittel insgesamt 562.000 Euro.
