Mittwoch, 22. August 2012
Forschung
Chance für ganz Deutschland
Die Bundesregierung wird bis 2019 bis zu 500 Millionen Euro für Forschungskooperationen in Ostdeutschland investieren. Das neue Programm "Zwanzig20 - Partnerschaft für Innovation" soll den ostdeutschen Innovationsstandort im internationalen Wettbewerb stärken.
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Annette Schavan
Foto: Bundesregierung/Steins
In den neuen Ländern hat sich eine attraktive Forschungslandschaft entwickelt. So haben sich Hochschulen zu Motoren von Innovationen entwickelt. Die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen und der Wirtschaft funktioniert gut.
Die Technische Universität Dresden gehört zu den elf Universitäten, die kürzlich als Exzellenzuniversitäten ausgewählt wurden. Auf den Zukunftsfeldern erneuerbare Energien, Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien braucht Ostdeutschland den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Innovationsmanagement und Technologietransfer sind allerdings noch verbesserungsbedürftig. "Wir investieren in die Zukunft Ost", erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Das ist eine Chance für ganz Deutschland."
Programm Zwanzig20
Hier setzt das Programm "Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation" an, das im kommenden Jahr beginnen soll. Schavan hat es gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, Stanislaw Tillich und Reiner Haseloff, in Dresden vorgestellt. Es zielt darauf ab, die in den neuen Ländern aufgebauten Kompetenzen weiter zu stärken und Defizite bei Forschung und Entwicklung in Ostdeutschland abzubauen. Mit dem Programm fördert das Bundesbildungsministerium (BMBF) dort von 2013 bis 2019 mit bis zu 500 Millionen Euro interdisziplinäre und regionenübergreifende Innovationspartnerschaften.
"Unsere Förderung zielt auf den Ausbau und Aufbau auch international attraktiver Forschungsstandorte", sagte Schavan. Ostdeutschland leide besonders unter den Folgen des demografischen Wandels, der Abwanderung junger Leute und den dadurch bedingten Mangel an Fachkräften. Tillich erklärte, nur durch Innovationen schaffe man Arbeitsplätze.
Wettbewerb für Konsortien
Für das Programm "Zwanzig20" können sich Konsortien bewerben, die in Ostdeutschland von Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft und einem oder mehreren Partnern aus den alten Bundesländern gegründet werden.
Das BMBF unterstützt die Partnersuche online mit einer Partnerdatenbank und einem Marktplatzportal. Voraussichtlich im Juni 2013 werden die eingereichten Konzepte bewertet.
Das Programm knüpft an die Förderpolitik des BMBF an. Bereits in den vergangenen zehn Jahren hat das Ministerium mit der Innovationsinitiative "Unternehmen Region" und seit 2008 mit dem Programm "Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern" insgesamt über eine Milliarde. Euro in Kooperationsprojekte investiert. Im Rahmen von "Unternehmen Region" wurden bis heute rund 400 regionale Bündnisse in Ostdeutschland gefördert.
