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Dienstag, 24. Juli 2012

Klimaschutz durch Energieeffizienz

Wissenschaftsjahr 2012

Die Zukunft hat schon begonnen. Dass die Energiewende gelingen kann, zeigt die Stadt Leutkirch im Allgäu. Städte und Gemeinden sind entscheidende Akteure für die Entwicklung einer nachhaltigen Lebensweise. Im diesjährigen Wissenschaftsjahr Zukunftsprojekt Erde spielen sie deshalb eine entscheidende Rolle.

Energie gemeinsam wenden

In Leutkirch engagieren sich die Bürger für erneuerbare Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz in ihrer Stadt. Auf jeden der 22.000 Einwohner kommen knapp 1,4 Kilowatt Strom aus Sonnenenergie. Sie haben sich in einer Energiegenossenschaft organisiert. „Mittlerweile machen rund 260 Bürger in der Energiegenossenschaft mit. Mehr als 650.000 Euro Kapital wurden der Genossenschaft anvertraut, sagte Michael Krumböck, Umweltbeauftragter der Stadt.

Leutkirch ist vorbildlich in Sachen „Grünes Wirtschaften“ und Beweis dafür, dass die Energiewende im Kleinen bereits funktioniert. Die Gemeinde will den gesamten Strom für Privathäuser und Firmen vor Ort erzeugen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Pläne mit 250.000 Euro.

Auf vielen Hofdächern stehen Solaranlagen. 15 Photovoltaik-Anlagen sind bislang von den Bürgern finanziert worden. „Für die Energiewende ist Bürgerbeteiligung von zentraler Bedeutung“, erklärt Bürgermeister Hans-Jörg Henle.

In einer Kiesgrube ist ein Solarkraftwerk errichtet worden, das den Strombedarf von 20 Prozent der Haushalte deckt. Mehrere Unternehmen arbeiten bereits klimaneutral. „Die Oberschwaben haben schnell erkannt: Umweltschutz kann sich durchaus rechnen“, lobt Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Leutkirch sei dadurch ein Vorbild für viele andere Kommunen.

Trendsetter beim Klimaschutz

Rund 84 Prozent der Deutschen werden 2050 in Städten leben. Deshalb sind gute Ideen für einen nachhaltigen und zukunftsfähigen städtischen Lebensraum so wichtig. Ob bei Verkehr, Ernährung, Luftqualität, Bildung oder eben Energieversorgung. „Das ist der Grund warum das Bundesforschungsministerium Städte und Gemeinden aufgefordert hat, Konzepte rund um eine nachhaltige kommunale Entwicklung zu erarbeiten“, so Schavan. „16 Städte wurden ausgewählt, eine davon ist Leutkirch“.

Leutkirch ist eine Station auf Schavans Sommerreise zu Orten, an denen Innovation und Forschungsleistungen besonders sichtbar werden. Schavan hält die Gemeinde für einen Trendsetter beim Klimaschutz. „In Leutkirch sind die Bürger schon seit vielen Jahren im Umwelt- und Klimaschutz aktiv und zwar über alle Parteigrenzen hinweg“, so die Ministerin.

Im Rahmen der ZukunftsWerkstatt waren Städte und Landkreise aufgefordert, Konzepte rund um nachhaltige kommunale Entwicklung zu erarbeiten. Eine Jury hat 16 Städte ausgewählt, eine davon ist Leutkirch. Jede Stadt erhält maximal 250.000 Euro, insgesamt stellt das Bundesforschungsministerium 3,5 Millionen Euro bereit.