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Samstag, 9. Juni 2012

Ausstellung

13. documenta eröffnet

Die documenta in Kassel ist eine der weltweit wichtigsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Ihre 13. Ausgabe bezieht neben Kunstwerken auch Objekte aus Wissenschaft, Geschichte oder Philosophie ein.

Yan Lei, Limited Art Project, documenta 13. Foto: Boris Roessler dpa/lhe/efBild vergrößern Yan Lei, Limited Art Project, documenta Foto: picture alliance / dpa

Erster offizieller Besucher war Bundespräsident Joachim Gauck. Zusammen mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann und dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier nahm Gauck an einem Rundgang teil.

Seit heute ist die 13. documenta 100 Tage lang für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt geöffnet. Rund 750.000 waren es bei der letzten documenta im Jahr 2007.

Die documenta ist eine der bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Ihre erste Ausgabe fand 1955 auf Initiative von Arnold Bode am Rand der Bundesgartenschau in Kassel statt. In einem Turnus von 5 Jahren und während einer Laufzeit von 100 Tagen präsentiert die "documenta" seitdem aktuelle Positionen der Kunst. Kuratiert wird sie von wechselnden künstlerischen Leitern, in diesem Jahr von der amerikanischen Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die 13. documenta mit 3,96 Millionen Euro aus dem Haushalt des Kulturstaatministers.

Ausstellung an vielen Schauplätzen

Vielfalt ist eines der Hauptkennzeichen der 13. documenta: Sie zeigt Kunstwerke und Objekte von fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - und das an vielen Orten.

Der Ausstellungsparcours der 13. documenta führt durch ganz Kassel - vom Hauptbahnhof über das Ständehaus bis hin zur Orangerie. Er streift das Brüder Grimm-Museum ebenso wie das Gloria-Kino oder den alten Bunker im Weinberg. Er lässt die Besucher die barocke Anlage der Karlsaue entdecken, in der sich in Holzpavillons viele Kunstwerke verbergen.

Staatsminister Bernd Neumann im Gespräch mit Bundespräsident Joachim Gauck und der künstlerischen Leiterin der 13. documenta Carolyn Christov-Bakargiev Bild vergrößern Staatsminister Neumann im Gespräch mit Bundespräsident Joachim Gauck auf der 13. documenta Foto: Bundesregierung/Steins

Neben den Kasseler Schauplätzen bezieht die Ausstellung auch "Außenstellen" in Kabul, Alexandria/Kairo und im kanadischen Banff mit ein. Die documenta beschäftige sich durchaus intensiv mit einem Ort, gleichzeitig stelle sie aber auch einen Polylog mit anderen Orten her, erklärt die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev.

Ein Anspruch, der für Janet Cardiffs und George Bures Miller Erkundung des Kasseler Hauptbahnhofs ebenso gilt wie für die Werke von Garcia Torres und Goshka Macuga im Fridericianum, die einen Bogen nach Kabul schlagen.

Einer ganzheitlichen Vision verpflichtet

Die amerikanische Kuratorin ging bei der Entwicklung der Ausstellung von einer ganzheitlichen Vision aus, die „Formen und Praktiken des Wissens aller belebten und unbelebten Produzenten der Welt, Menschen inbegriffen“ respektiert.

Nicht umsonst spielt die Natur eine große Rolle in der Ausstellung. Wie sie sich verselbständigt, zeigen zum Beispiel der wild überwucherte Erdhaufen des chinesischen Künstlers Song Dong in der Karlsaue oder auch Kristina Buchs Schmetterlingsgarten.

Traditioneller präsentiert sich die Kunst in der documenta-Halle: Hier dominieren neben Landschaftsbildern von Etel Adnan und Ölgemälden von Gustav Metzer zumindest akustisch die aufgesägten Motoren von Thomas Bayrle.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfassenden Programm. Jeden Tag ermöglichen Seminare, Vorträge und andere Veranstaltungen Information und Auseinandersetzung mit der documenta.